Gespräch · · 1:43:14
„Wozu die Kunst?“ – Freie Initiative, große Wirkung?

Mitschnitt · 1:43:13 · 12 Kapitel
Kapitel 1 von 12Diskutieren zwischen tropfenden Wasserfällen
Norina Quinte
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Diskutieren zwischen tropfenden Wasserfällen
Norina Quinte0:00 / 1:43:13
Sprecher:innen
- Norina Quinte · sprichtModeration, atoRedeanteil 24 %
- Martin Mannweiler · sprichtStadtlücken e.V., StuttgartRedeanteil 15 %
- Oriana Kraemer · sprichtStadtplanerin, Reallabor Stadt KarlsruheRedeanteil 14 %
- Jurek Werth · sprichtSocialform, DarmstadtRedeanteil 13 %
- Jaro Eiermann · sprichtArchitekt und Stadtplaner, die Anstoß e.V.Redeanteil 9 %
- Andreas Gerdes · sprichtKIT Innovation HUBRedeanteil 8 %
- Klaus Tems · sprichtKulturbüro, Kulturamt KarlsruheRedeanteil 4 %
- Stimme aus dem Publikum · sprichtRedeanteil 2 %
- Lydia Kähny · sprichtSocialformRedeanteil 2 %
- Stimme aus der Runde · sprichtRedeanteil 0 %
Kurzfassung
Norina Quinte (ato) spricht mit Jaro Eiermann (die Anstoß e.V.), Oriana Kraemer (Reallabor, Stadt Karlsruhe), Jurek Werth und Lydia Kähny (Socialform, Darmstadt) sowie Martin Mannweiler (Stadtlücken e.V., Stuttgart) darüber, was freie Initiativen und künstlerische Interventionen im Stadtraum bewirken. Es geht um das Karlsruher Reallabor, das Amt für künstlerische Vermessung und den Österreichischen Platz in Stuttgart – und darum, warum aus erfolgreichen temporären Projekten so selten dauerhafte Strukturen und Budgets werden. Aus der Runde diskutieren unter anderem Klaus Tems (Kulturbüro Karlsruhe) und Andreas Gerdes (KIT Innovation HUB) mit.
Veranstaltung: Wozu die Kunst? Freie Initiative, große Wirkung?
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0:00Diskutieren zwischen tropfenden Wasserfällen
Norina QuinteModeration, ato
Ja, gut. Also ich freue mich unglaublich, dass wir hier gerade zusammensitzen im WERKstattPALAST hier in Karlsruhe im Rheinhafen, um auch für spätere Aufnahmen die Situation gut zu schildern. Wir sitzen zwischen tropfenden kleinen Wasserfällen in einer temporären Gerüstearchitektur und nach monatelanger Trockenheit und auch wochenlanger Trockenheit während dem Bau und 40 Grad war unser Dauerproblem Staub. Und wie wir den Staub mit Mikrofasertüchern überall wegkriegen. Das hat sich heute Nacht durch immense Wasserströme natürlich verändert. Das Staubproblem haben wir dankbarerweise nicht mehr. Jetzt ein Wasserproblem, aber auch daran wachsen wir natürlich und das macht auch nachher dieses Thema der ephemeren Projekte und ich würde auch sagen des Arbeitsaufwands dahinter nochmal auf.
Ich freue mich ganz besonders, dass wir hier trotzdem auch vorhin uns alle kurz abgesprochen hatten und der Meinung waren, nee, wir diskutieren trotzdem, wir haben uns was zu erzählen oder auch zu teilen, was ja auch eben Ziel dieser Dialoge ist, dass man ja sowohl für sich selbst in die eigene Forschung oder Arbeit was mit reinnehmen kann aus dem Austausch, wie auch anderen nochmal klar wird, welche Dinge zu teilen sind, sodass nicht jede Generation das vielleicht auch neu erarbeiten muss. Das war am Donnerstag, fand ich, eine ganz schöne Erkenntnis, dass sowohl eben aktuelle Projekte wie auch Projekte, die schon ein paar Jahre alt sind, dann doch nicht an Bedeutung verlieren. Im Gegenteil, am Ende ja auch viel gesagt wurde, genau darum sollte es gehen, dass die Dinge nicht nur in der Schublade bleiben, sondern eben auch immer wieder auf die Tische gelegt werden, womit wir heute weiter fortfahren, würde ich sagen.
Die Anstoß e.V. und auch Architekt hier aus Karlsruhe, der mitunter sich auf die Fahnen geschrieben hat oder auch einen ganzen Plan dazu geschrieben hat, ein soziales Leitbild für die Stadt zu entwickeln und auch Fragen geöffnet hat, bereits schon am Donnerstag, aber sehr stark das Thema, wem gehört die Stadt und wie könnte man sie vielleicht auch anders denken und da fand ich ganz toll, Jaro, wie toll du uns allen erlaubt hast, dreist mitzudenken, was visionäre Gedankenanstöße angeht, das heißt es war alles erlaubt, als man dir beim Vortrag folgte, sowohl die Öffnung des Stadtgartens und eine Verlegung des Bundesverfassungsgerichts, das war alles denkbar, genau, also ich freue mich sehr, dass du aus deiner Perspektive heute hier bist, Oriana Kraemer, die auch zum einen Mitglied von die Anstoß e.V. ist, aber gleichzeitig auch in einer Funktion heute hier ist, die mehr mit Planung zu tun hat, da sie Initiatorin ist des Reallabors Karlsruhe, das zuerst in der Kaiserpassage ein paar Wochen lang verortet war und jetzt in der Karlstraße ist.
Dazu erfahren wir eh gleich mehr. Ich frage euch zu den einzelnen Projekten eh noch aus, aber da auch sehr spannend eben dieser Spagat oder die Ambivalenz zwischen einer städtepolitischen oder einer städtischen Amtsfunktion und gleichzeitig auch, so wie ich es wahrnehme, ein starkes Interesse an der Offszene und an dem freien Arbeiten für eine Stadtgesellschaft. Mit diesen Geräuschen im Hintergrund müssen wir auch einfach hin und wieder rechnen, wobei sie haben sich im Vergleich zu vor einer Stunde schon minimiert. Ihr merkt, es wird trockener hoffentlich im Gang, dank der Planen auf dem Dach. Ich freue mich auch, dass Jurek und Lydia hier sind aus Darmstadt, die sich auch in einer Doppelrolle bewegen, wie wir am Donnerstag erfahren konnten.
Also zum einen ist Socialform eine Gründung, die auch aus ursprünglich einer ehrenamtlichen Tätigkeit heraus dann zu einer Firma wurde, im klassischeren Unternehmenssinn würde ich sagen und ihr trotzdem natürlich durch eine Bespielung und Interaktion im öffentlichen Raum weit darüber hinaus arbeitet, so wie ich das wahrgenommen habe und ihr habt das Amt für künstlerische Vermessung entwickelt, würde ich sagen, weil es ist eine Methode und das Amt hat keinen festen Sitz, aber kann dadurch auch überall verortet sein und spürt Räume auf und untersucht Räume sowohl in Bezug auf ihre menschlichen Akteur:innen wie auch auf den Raum, wo die Projekte dann jeweils stattfinden und Martin Mannweiler aus Stuttgart, auch wieder eine Doppelfunktion, wie ich vorhin feststellen konnte, zu einem künstlerisch-filmisch, also freischaffend und sehr, würde ich sagen, auch eigenes berufliches Interesse am öffentlichen Raum, was da passiert und gleichzeitig auch Mitglied der Stadtlücken Stuttgart, die den öffentlichen Raum auch mit viel und sehr intensiv mit künstlerischen Aktionen bespielen, wo du ja auch im vergangenen Jahr, war das die Brücke?
Ne, dieses Jahr noch, ne? Das
Norina QuinteModeration, ato
4:59Okay, 2019 bereits, aber die Aktion auf der Neckarwiese? Neckar-Insel. Insel? Ah, okay, genau. Dazu gleich mehr. Martin ist aus Stuttgart hier und eben auch da freuen wir uns sehr, dass wir diesen Blick nicht nur innerhalb von Karlsruhe jetzt diskutieren, sondern auch darüber hinaus gehen. Deswegen würde ich auch, was das Gespräch, was die Gliederung des Gesprächs angeht, vorschlagen, dass wir uns alle gegenseitig nochmal vorstellen, beziehungsweise ich euch gerne frage, wie sieht denn eure Tätigkeit aus in dem Moment, wo wir hier über öffentlichen Raum und künstlerische Intervention sprechen?
Was macht ihr denn genau, dass das die anderen auch verfolgen können und dann in einem zweiten Schritt einmal darüber reden, wie sich das in Karlsruhe anfühlt für uns, die hier sind und die Stadt kennen, welche Potenziale liegen zumindest auch laut Jaro zum Beispiel in der Luft, welche Aktionen könnten vielleicht noch einen positiven Wandel für eine soziale Infrastruktur und eine künstlerische mit sich bringen und im Anschluss eben die Blase Karlsruhe verlassen und gerne mit euch diskutieren, wo haben wir vielleicht auch Parallelen, wo stoßen wir auf gemeinsame Probleme, sowohl in der internen Arbeit, die eine Vereinsstruktur oder auch eine Firmestruktur beinhaltet, wie auch natürlich, welche Herausforderungen sehen wir und wie könnten wir die verändern.
6:29Kunst braucht ihre Autonomie, keine zugewiesene Rolle
Norina QuinteModeration, ato
Ich fange mal an, Jaro, und ich frage dich, was genau ist denn deine Tätigkeit?
Herr Tems, ich würde Sie sehr gerne direkt, also ihr seid alle während des Gesprächs immer eingeladen zu diskutieren. Ich freue mich sehr, dass Sie und ihr alle da seid, weil wir vorhin noch, wie gesagt, diskutierten, wahrscheinlich fährt gar keiner raus. Und jetzt sitzen wir hier und haben natürlich Inhalte gemeinsam auch zu diskutieren, wo sich jeder von Herzen gerne einbringen kann. Genau, ich würde nur sonst alle am Tisch vorstellen und Herr Tems ist tollerweise als Gast erschienen und quasi, zumindest wollte ich ihn nicht drängen, in eine Position mitzureden, wenn es um zuhören geht. Genau, aber das ist jederzeit willkommen. Aber Herr Tems, ich freue mich natürlich, dass aus Kulturamt und Kulturbüro Seite Sie heute da sind, trotz Regen.
Norina QuinteModeration, ato
7:32Ja, wo fühlst du dich in deiner Tätigkeit angesprochen, wenn es um künstlerische Interventionen im öffentlichen Raum geht? Was hast du damit zu tun und was ist vielleicht auch die Notwendigkeit, warum du denkst, das tun zu müssen, was du tust?
Jaro EiermannArchitekt und Stadtplaner, die Anstoß e.V.
7:49Muss ich erst kurz tatsächlich überlegen. Also ich bin das erste Mal tatsächlich auf diese Frage gestoßen beim Reallabor Quartier Zukunft. Da hatte ich als Hiwi gearbeitet, das war das erste Reallabor, das sich so genannt hat in Deutschland, meines Wissens oder unseres Wissens damals. Und da hatten wir auch schon quasi darüber spekuliert, welche Rolle Kunst im öffentlichen Raum, Künstler als Akteur in diesem Reallabor, welche Rolle die einnehmen könnten.
Und wir haben es tatsächlich nur diskutiert, ich glaube vom Quartier Zukunft wurden bisher noch keine tatsächlichen Künstler, so jetzt wie zum Beispiel in Darmstadt, beauftragt. Kann mich aber auch irren. Und ich glaube, das Wichtige ist bei allem, was man so hält davon, dass halt die Kunst ihre Autonomie behält. Und ich glaube, da ist man halt relativ schnell in so einer Konstellation, dass man seitens des Auftraggebers der Kunst irgendwie so eine Art von Vermittlerrolle zu oder zuteilt.
Und ich glaube halt, dass die Kunst und die Kultur von selbst quasi ihr eigener Auftraggeber sein kann. Und es vielmehr darum gehen muss, ja, jetzt nicht in so einer Projektkonstellation, sondern generell in der Stadt, da sind wir wieder beim Thema Infrastruktur, der Kunst in der Gesellschaft irgendwie abseits von einer Galerie oder von einem Installationsprojekt irgendwie ihre Rolle zugestehen. Also ich habe mir auch noch mal ein paar Gedanken über das Thema jetzt im Vorfeld gemacht.
Das Thema mit dieser kulturellen Stadtentwicklung, das ist jetzt vielleicht so in der Nachkriegszeit für uns in der Form, wie wir es jetzt betreiben oder versuchen irgendwie zu institutionalisieren, was Neues. Aber früher, zum Beispiel in den vormodernen Zeiten, gab es ja immer so die Höfe, die halt so die Künstler und die Intellektuellen quasi an ihren Hof geholt haben und dadurch versucht haben, halt auch nicht nur militärisch und politisch quasi an erster Stelle zu sein, sondern halt auch kulturell und intellektuell und wissenschaftlich und so weiter. Also zum Beispiel Darmstadt-Mathildenhöhe war ja so ein klassisches Kreativwirtschaftsprojekt aus dem letzten Jahrhundert, kann man so sagen.
Gleichzeitig gab es ja auch immer wieder dann so Versuche, wo sich die Intellektuellen zusammengeschlossen haben, so Berliner Klassik in der Vorrevolution und um halt auf die Politik hinzuwirken. Und das sehe ich eigentlich tatsächlich als Aufgabe der freien Szene, sage ich jetzt mal, um wieder anzuknüpfen an das Thema von Donnerstag. Und sobald es darum geht, dass man jetzt die Kunst irgendwie in eine bestimmte Rolle zwängen will, würde ich eher sagen, sollte man halt die Finger davon lassen.
Weil ich denke, da gibt es auch genug Beispiele, wo es halt nach hinten losgeht.
Deswegen fand ich jetzt auch zum Beispiel die Art und Weise, wie ihr das in Darmstadt macht, eigentlich sehr vorbildhaft und auch in Stuttgart.
Norina QuinteModeration, ato
11:51Die Frage ist ja immer, ob es selbst in vorigen Jahrhunderten nicht auch eben immer diesen Spagat gab zwischen einem Dienstleisterverhältnis für einen potenziellen Geldgeber oder Geldgeberin. Das ist natürlich eine große Frage, wo wir nachher auch nochmal, glaube ich, detaillierter reingehen sollten.
Ob es nicht eine Frage der Augenhöhe oder das Wie ist.
Wir hatten es über das Wie und das Was am Donnerstag, aber vielleicht nicht auch doch das Wie einen ganz großen Teil dazu beiträgt, was überhaupt entstehen kann.
12:27Das Reallabor: Straßenraum auf Zeit neu nutzen
Norina QuinteModeration, ato
Und deshalb würde ich mal Oriana Kraemer fragen, wie das aus, dieser Sicht für eine Stadt auch zu arbeiten, wie sich das da anfühlt oder ob du nochmal beschreiben kannst, was deine Tätigkeit hier in Karlsruhe ist.
Oriana KraemerStadtplanerin, Reallabor Stadt Karlsruhe
12:42Ja, danke erstmal für die Einladung. Ich finde es total spannend, in diesem Kontext über Stadt zu diskutieren, weil ich bin Stadtplanerin oder ich bin ursprünglich Architektin, jetzt als Stadtplanerin tätig bei der Stadt Karlsruhe und aber auch, wie du schon gesagt hast, im Vorstand von die Anstoß e.V. aktiv. Ich habe sozusagen auch Bottom-up-Projekte mitentwickelt und auch in meiner Vergangenheit schon in den Städten, in denen ich gelebt habe, mich immer wieder engagiert für kulturelle Stadtentwicklung ehrenamtlich. Und deswegen kenne ich so ein bisschen jetzt nach fünf Jahren im Stadtplanungsamt auch so ein bisschen die unterschiedlichen Sichtweisen oder auch einfach Rahmenbedingungen, sagen wir mal so.
Und sehe es so ein bisschen als meine Rolle hier, aber auch in Karlsruhe, so ein bisschen zu vermitteln und vielleicht auch die notwendige Übersetzungsarbeit zu leisten, die manchmal notwendig ist, damit es eben kein Gegeneinander ist, sondern eher ein Entdecken der Möglichkeiten, die doch immer mal wieder da sind. Und genau, ich bin jetzt seit zwei Jahren Projektleiterin von dem Projekt Öffentlicher Raum und Mobilität Innenstadt und in diesem Projekt entwickeln wir zusammen mit dem Kopenhagener Büro Gehl ein Konzept für die Innenstadt Karlsruhe, für den öffentlichen Raum und für die Mobilität. Also das ist ja ganz eng miteinander verzahnt. Wir alle wissen, der Raum ist begrenzt.
Ein großer Teil der Flächen werden für den motorisierten Verkehr verwendet. Und dieses Konzept lief jetzt über die letzten zwei Jahre und wurde partizipativ erarbeitet mit ganz unterschiedlichen Beteiligungsformaten.
Da hat uns Weeber + Partner aus Stuttgart begleitet bei der Beteiligung. Und da kamen eben so drei Hauptrichtungen raus. Das eine war die Forderung Platz für mehr Grün. Also Platz für besseres Mikroklima, für mehr Biodiversität in der Innenstadt, für Entsiegelung. Dann der zweite Punkt war Platz für mehr öffentliches Leben in Karlsruhe. Also das Sichtbarmachen von dem, was eigentlich schon da ist in Karlsruhe, was es alles schon gibt. Es gibt ja unheimlich viele, aber es ist leider im öffentlichen Raum noch gar nicht so erlebbar.
Stärkung der kulturellen Akteure auch. Und dann das dritte, der dritte Themenkomplex ist Platz für mehr gesunde Mobilität. Da geht es eben um die Mobilitätswende. Wie können wir es schaffen, in Karlsruhe aktive Mobilität zu fördern und auch zum Beispiel zu Fuß gehen attraktiver zu machen, Radfahren attraktiver zu machen. Aber auch Lieferverkehr, Logistik, wie kann man das umstellen.
Das sind so die Themen, mit denen ich mich jetzt seit zwei Jahren befasse. Und diese Reallabore, die jetzt gerade im Passagehof eben stattgefunden haben und dabei jetzt gerade in der Karlstraße stattfinden, das sind so die Testfelder, mit denen wir jetzt die ganzen Maßnahmen, die wir entwickelt haben, zusammen einfach mal ausprobieren wollen im Stadtraum und eben auch schauen wollen, was sind so die Schmerzpunkte, was passiert dann da, wenn man das einfach mal umsetzt, wo muss man vielleicht nochmal nachsteuern, was braucht es in Karlsruhe, was es in Kopenhagen vielleicht nicht braucht.
Und da geht es mir darum, eben nicht nur die Entsiegelung für mehr Grün voranzutreiben, sondern auch eine Art kulturelle Entsiegelung in Karlsruhe zu unterstützen. Und wir bieten jetzt in diesem Reallabor eben auch an, dass Initiativen diesen Raum für sich in Anspruch nehmen und bespielen. Wir haben da nur eine kleine finanzielle Unterstützung von 500 Euro pro Veranstaltung oder Aktion. Das kann man aber auch mehrmals in Anspruch nehmen. Wenn jemand baulich tätig werden will, eine bauliche Intervention machen möchte, dann gibt es dafür aber auch noch mehr Geld. Da muss man einfach im Gespräch sein, was da entstehen könnte. Wir sind allerdings schon bei der Halbzeit jetzt in der Karlstraße.
Es geht nur noch bis Ende Oktober. Und da gibt es noch die Möglichkeit, sich mit künstlerischen Positionen zu den Themen Mobilität, Klimawandel, Nachhaltigkeit, aber auch kulturelle Stadtentwicklung einzubringen.
Norina QuinteModeration, ato
17:29Wenn wir über Reallabore sprechen und was passieren kann, vielleicht nochmal so als Basis, wie sieht das aus, also was ist das Reallabor im Raum, also wie kann ich mir das vorstellen, wenn ich noch nie da war, was sehe ich oder wie entdecke ich das?
Oriana KraemerStadtplanerin, Reallabor Stadt Karlsruhe
17:44Also rein rechtlich ist es zunächst mal ein Verkehrsversuch, denn es gibt, das Gesetz sieht keine Reallabore vor, sondern die StVO, die Straßenverkehrsordnung braucht sozusagen eine verkehrliche Begründung, damit man Straßenraum entwidmen kann temporär und da muss man mit einer Gefahrenlage argumentieren, sonst darf man das einfach nicht machen und es könnte geklagt werden und es würde kippen.
Und deswegen sind wir als Verkehrsversuch gestartet, aber wir wollen natürlich nicht nur eine Verkehrsberuhigung erwirken, sondern es soll ja auch zu was dienen. Man will ja auch zeigen, was ist dann alles möglich mit dem Raum und was für eine Atmosphäre entsteht da und welche Kooperationen entstehen da auch. Ich glaube, das war auch ein wichtiges Ziel dieser Reallabore, dass wir gucken, wie können wir Stadt gemeinsam gestalten. Nicht, dass die Stadt ein Konzept entwickelt und es umsetzt, sondern ein Angebot macht und dann auch schaut, was machen die Anlieger, wie können die sich einbringen, dass die sich auch mal kennenlernen, weil oft kennen sich die Anlieger untereinander auch gar nicht. Und so können dann Synergien und wirklich schöne Projekte entstehen, wie wir auch im Passagehof gesehen haben.
Norina QuinteModeration, ato
18:57Toll, danke. Ja, dieses für wen plant man und wer plant was, dazu würde ich auch gerne später nochmal nachfragen, weil ich das sehr interessant fand, so zu hören, mit einem Büro aus Kopenhagen. Da denke ich dann gleich, oh, wie will denn Kopenhagen-Karlsruhe kennen? Also von dem Gefühl, wie viel braucht es auch an Vermittlung, jemandem zu zeigen, wie die Stadt funktioniert oder wo auch nicht. Also das stelle ich mir auch spannend vor mit einem ganz externen Akteur, der vielleicht gewisse Richtlinien entwickelt hat, oder gewisse Prozesse schon auf dem Papier mitbringt, aber was hat das dann am Ende mit der tatsächlichen Stadt zu tun, für die sie arbeiten?
19:35Socialform und das Amt für künstlerische Vermessung
Norina QuinteModeration, ato
Das würde ich aber später nochmal aufmachen, wenn wir uns gegenseitig vorgestellt haben. Jurek, vielleicht kannst du nochmal für die, die Donnerstag auch nicht da waren, eine kleine Brücke schaffen.
Jurek WerthSocialform, Darmstadt
19:48Ja, mein Name ist Jurek und ich bin von Socialform. Und Socialform ist ein Dienstleister für Projektentwicklung, Raum und Aktion. Ich komme aber in Darmstadt aus einer langen Erfahrung als lokaler Akteur. Ich war von 2012 bis 2018 im Verein tätig, dass Blumen, die, ähnlich wie die Anstoß, glaube ich, viele in Darmstadt temporäre Räume gespielt haben, für Kultur gangbar gemacht haben und dann selber veranstaltet wurden. Und aus der Erfahrung heraus und aus dem Renommee, was wir darüber geschaffen haben, hat sich eigentlich eine Ausgründung gebildet, als dieses Studio, das gibt es seit 2018 und so, ich habe mir das praktisch die zweite Gimmer, weil dieses Studio dann nochmal in andere Wege gegangen ist.
Und ich glaube, das ist recht wichtig, weil ich würde hier gerne betonen, dass wir nicht mehr in der Funktion des lokalen Akteurs, des Vereins unterwegs sind, sondern ich versuche eigentlich das, was wir damals im Verein gemacht haben, und dass man auch im Verein, wo wir gesehen haben, was die Potenziale der Fraktionen sind, aber was auch die Grenzen der Ferne anzieht, an der ich mich jetzt gerade alles wissen, oder geht das auch?
Also ich versuche das gerade eigentlich auf eine wirtschaftliche Basis zu stellen, mit den Führern, die wir aber auch schon seit zwei Jahren haben. Und so ist auch wir mit dabei. Wir machen eben ganz klassische Raumprojekte und haben eben das Amt für künstlerische Vermessung, was im Endeffekt eigentlich Projektentwicklung im Stadtraum ist. Also, in dem eigentlich immer mit lokalen Akteuren, die Stadtraum besitzen und die sagen, wir würden gerne etwas machen. Wir würden die Stadtraumgänge entwickeln für sich. Einmal war es ein lokaler Verein, der immer an die Handstelle bespielen wollte.
Das andere Mal war es ein Patientsmanagerin, die einen mehr stehenden Laden nutzen wollte als offenen Background für die Wohnerschaft. Die sind darauf zugekommen und haben gedacht, hey, wir gehen doch mit den Laden mit uns zusammen und schreiten uns einen Förderantrag, geben wir uns zur Mittelabkrise, setzt euch zusammen mit den lokalen Akteuren und entwickeln eine Bespielung. Wir arbeiten eigentlich fast so, dass wir gucken jetzt in der Umgebung, welche Tickwolle gibt es, welche Interessen gibt es, wer hat Potenzial, wer bringt welche Kompetenzen schon mit rein. Versuchen wir schon einen Förderantrag zu machen, um dadurch den Förderantrag zu sparen zu können, die zu wissen aber auch, wo wir hin kommen können, oder was wir gut gemacht haben können. Und dann bauen wir meistens die Räume auch aus und um. Also bauen wir erstmal in den Werten und entwickeln erstmal eine räumliche Infrastruktur.
Wir haben hier oder ich den Grundhaus aus versteckt, oder praktisch produziert, in der Darmstadt, in den Kammhagen.
Und wir können verantworten, können formalen den Kammhagen von diesem Raum und wir können natürlich im Prozess mit den Leuten das Raumprogramm steuern. Und das ist, glaube ich, etwas, wo die Spannungslage von der Socialform liegt, eben zu gucken, hey, was hat denn mit dem gebaut Raum, dem gebaut Infrastruktur und der Botanierung zu tun. Vielleicht nicht vor dem Hintergrund von so einem modernistischen Ansatz, wo man eben sagt, wir wissen, wie wir uns hier aufzusehen, nach dem Raum herz, sondern eher anders sozusagen, wir wissen eigentlich nicht, was der richtige Raum ist, um das eigentlich immer im Vorfeld mit dem Akteur zu besprechen. Was wir dann noch dazu machen, das ist die künstlerische Vermessung als Methode, weil wir eben auch sagen, wir möchten uns eigentlich diesen Projekten auch der Stadt annähern, dem Viertel annähern und herausfinden, was vor Ort wichtig ist, auch um vielleicht wieder das rückgließen lassen zu können in städtebaulichen Entwicklungsprogrammen, versuchen wir eine künstlerische Perspektive einzuladen, mit dem Stadtraum aus diesem Rektron, die wir geschaffen haben, aus erkundet.
Das heißt, wir machen einen Rekord, eine Jury und da sind wir lustigerweise eigentlich sehr anhandelnd, der Kunstwerke da sehr klar eigentlich, was den Hinzeichen macht. Wir schreiben diese Rekordzeit nicht auch so aus, dass wir sagen, es ist eine Stelle, nämlich die aktive Leitung des Amtes zu setzen und der Amtsleiter muss das Stadtwerke vermessen. Hier ist das natürlich der Künstler der Künstler der Welt verlassen, und so haben wir jetzt schon vier künstlerische Leistungen, die auch ganz unterschiedliche Anweisungen in Stadtwerke unterwegs waren und dann ihre Ergebnisse in diesem Bereich.
Norina QuinteModeration, ato
24:25Ich finde das ganz spannend, was du sagst, weil mir geht es auch oft so oder ging es viele Jahre so, dass ich immer gleich denke, oh je, in dem Moment, wo es ein Open Call ist oder man selbst schon was im Kopf hat, ab dem Moment kippt das mit dem Dienstleister in ein Verhältnis. Aber ich bin mir mittlerweile auch dank der vielen Diskussionen mit dem KIT in den letzten Monaten nicht mehr ganz sicher, ob es dann nicht darum geht, die richtige Person zu finden. Weil in dem Moment, wo ich eine autonome Idee einlade, kann ich der ja gar nicht mehr so viel, also wenn sie sich angesprochen fühlt durch meinen Open Call, dann wird es ja vielleicht geschützt, eine künstlerische Interaktion. Also in dem Moment, wo sich dann Leute verbiegen und denken, jetzt brauche ich das Buzzword und jetzt muss ich mich so und ein anderes Material für die Kunst nutzen als sonst, dann kippt es, aber ist es nicht doch auch etwas, was möglich ist?
Jurek WerthSocialform, Darmstadt
25:37Das war, nochmal kurz zu folgen, wie er ist bei den letzten Antworten, in der letzten Antworten, als Freelancerin eigentlich, aber hat eine Hauptposition in der Projektleitung und der unsrechten Leitung von dem Anbieter genommen. Und Socialform, ich sage mal ein kurzer Ausgeber daraus, dadurch, dass ich da aus einer langen Erfahrung von kompromittiver und kompromittiver Arbeit komme, versuchen wir eigentlich jetzt auch in der Geschäftsmodellation mit jedem Projekt neu an die ganzen verschiedenen Perspektiven reinzukriegen, zur interne Struktur vielleicht. Das ist ja auch eine Liebe, dass ich das eigentlich auch noch möchte. Ja, gerne. Also ich probiere das mal
Lydia KähnySocialform
26:12hier so. Genau, also wir sitzen hier irgendwie wie in so einer Doppelrolle und ich bin jetzt eigentlich eher so Add-on sozusagen und habe das Amt für künstlerische Vermessung eigentlich wirklich eher auf so einer praktischen Ebene unterstützt und wir haben, oder ich habe den Call betreut und die Öffentlichkeitsarbeit und die Jury-Sitzung organisiert und die Künstlerin betreut dann am Ende und das ist ganz interessant, wenn man so einen Call ausschreibt, für wen schreibt man den aus und wir haben ihn dann so formuliert, dass wir uns selbst auch darauf bewerben könnten zum Beispiel und ich bin explizit keine Künstlerin, sondern ich bin Gestalterin und ich fand aber das, was wir suchen, würde auch auf mich passen sozusagen oder auch viele meiner gestaltenden Kolleginnen sozusagen und genau, da schwimmt die Grenze so ein bisschen, sage ich mal. Das war auf jeden Fall so eine wichtige Erkenntnis bei diesem Prozess, mal einen Call auszuschreiben, was muss da rein und wir haben dann sehr diverse Sachen bekommen.
Also es waren auch Produktdesignerinnen dabei, aber es waren auch Künstlerinnen dabei, also sogar internationale Einreichungen hatten wir. Ja, ich weiß jetzt nicht genau, Jurek, worauf du abgezielt hast bei dem Verbiegen, das konnte ich jetzt nicht so rauslesen in den Bewerbungen. Also wenn jetzt ein Produktdesigner so soziale, partizipative Projekte angeht, liest sich das ein bisschen anders, als wenn das eine Person macht, die Kunst
Jurek WerthSocialform, Darmstadt
27:53im Sozialen studiert hat zum Beispiel. Also da hätte ich es jetzt gelesen. Ja, das ist eine Reaktion auf dich. Man merkt, wenn man Leute sich mit den Kursen heruntersetzen oder man merkt, wenn man keine Passwort spotten und versuchen, so eine partizipative Position auswählen. Das ist ein total spannender Prozess, weil manchmal kommen sehr freie Arbeiten, die trotzdem einen total großen Mehrwert für die Vermessung bieten. Und dann gibt es natürlich auch immer wieder Künstler, die eher aus der Kunstvermittlung kommen und die dann halt sehr partizipativ arbeiten. Und das ist auch immer wieder so ein Raustasten oder Antasten. Aber man merkt eben auch, dass es Künstler gibt, die eigentlich halt auch versuchen, so eine Begräume zu nehmen.
Das war ja das. Aber alles in allem Flüchtlingsabschluss, das ist halt, wir versuchen damit eben langfristig eigentlich ein Statement zu setzen, dass eben in Stadtentwicklungsprojekten und eben auch in hoffen Abprojekten, wo es eben um Stadtraum geht, dass es da noch mehr Wissen oder noch mehr Wissensstände gibt, die man abfragen kann, die nicht unbedingt konstitativ zu bemessen sind, sondern eventuell emotional subjektiv über einen künstlerischen Blick. Und das funktioniert dann sehr stark, dass der Künstler auch im Austausch tritt mit der lokalen Bevölkerung und am Ende hat man zwar das Werk des Künstlers oder der Künstlerin dort hängen, aber man hat auch einen großen Auseinandersetzungsprozess von den Menschen mit dem Kunstwerk und dem Blick von außen und dem Viertel, also das ist eigentlich, dieser Prozess ist dann nicht die Spitze des Eisbergs, das Werk ist die Spitze des Eisbergs, der eigentlich hinter dem Prozess, den man gar nicht so richtig visualisieren kann.
Ja, und ich glaube, in dem Sinne ist so dieses Amt und auch der Ort, an dem das Amt ist, auch total wichtig, weil der Künstler ist ja wirklich in seiner Amtsstube und die ganze Woche anzutreffen, also das sind alles so Bausteine, die da ineinander greifen. Ja, das ist
Norina QuinteModeration, ato
29:56einfach eine Riesenfrage, dieses Thema auch der Partizipation steht auch für nachher nochmal im Detail auf meiner To-Do-Liste oder Gesprächsliste, weil es eben ja auch sehr oft gesagt wird, wenn du nicht Partizipation reinschreibst irgendwo in Anträge und sonst was, dann sind die Chancen noch schlechter. Gleichzeitig man da auch viele Künstler:innen, die sich selbst als autonome Künstlerperson beschreiben würden, genau das ja auch fürchten. Jetzt muss ich es auch noch Selfie-tauglich machen, damit es irgendwo hängen kann. Also das ist ja auch, wie schafft man diesen Spagat, der sehr, sehr fein ist, glaube ich, zwischen einer Publikumsbeteiligung oder einer Aktivierung, wie jetzt die documenta darüber berichten würde, und trotzdem der eigenen Position, sich da nicht irgendwie aufzulösen in einer Nicht-Expertin-Masse, wenn man es jetzt böse sagen wollen würde. Also das hatten wir hier definitiv auch mit der Fragestellung Kunst, Wissenschaft. Wir wollen einerseits ein Wissen vermitteln, gleichzeitig sind wir jetzt aber nicht die Künstler eingeladen, um das Wissen der Technologie zu illustrieren.
Also das sind so ganz feine Wege, finde ich, die ich auch hochspannend finde. Und Martin, du hast schon so mit dem Kopf genickt.
31:08Stadtlücken und der Österreichische Platz in Stuttgart
Norina QuinteModeration, ato
Ich frage mal, wie gestaltet sich das in Stuttgart oder was gestaltet Stuttgart und die Stadtlücken und was ist da deine Position in dem Ganzen?
Martin MannweilerStadtlücken e.V., Stuttgart
31:17Also da ich jetzt wirklich repräsentativ für den Verein hier bin, würde ich jetzt gar nicht jetzt über mich selbst sprechen, sondern wirklich nur über die Vereinstätigkeit.
Uns ist sehr schwierig, in so einem großen Gebilde das klarzumachen. Was mache ich da jetzt eigentlich? Weil klar, man gestaltet mit. In meinem Fall ist es so, ich habe viel dokumentiert. Ich bin Videograf und habe daher das ganze Geschehen auch viel mitdokumentiert. Aber generell ist es so, dass wir ein Verein sind und ich möchte jetzt einfach mal das Schaffen und die Struktur, glaube ich, kurz anreißen damit, weil es dann auch schon am Anfang direkt Nachfragen gab. Also generell der Stadtlücken-Verein, der jetzt nicht dezidiert als Künstlerinnen und Künstlern besteht. Also es sind mehrere Disziplinen vertreten, also eigentlich schon Architektur, Stadtplanung, dann sind Grafikdesignerinnen, Grafikdesigner, Künstlerinnen und Künstler. Ich selbst bin Geograf, Stadtgeograf, Sozialgeograf.
Und so gibt es eine gewisse Gemengelage und dadurch so werden eben die Projekte gestaltet. Das hat eben angefangen als eine Masterarbeit von Sebastian Klawiter und Hannah Noller. Das sind beide Architekturschaffende und sie wollten keinen Entwurf machen, keinen typischen, sondern eine Systemarchitektur. Und in dem Fall haben sie den Verein gegründet. Dann wurde ein Kiosk gebaut an der Paulinenbrücke, am Österreichischen Platz. Weil in Stuttgart ist die Besonderheit, dass es einige Plätze gibt, die eigentlich gar keine Plätze sind. Es gibt den Charlottenplatz zum Beispiel, es gibt den Österreichischen Platz. Aber was wir da finden, sind keine Plätze, wo Leute zusammenkommen können, sondern Kreuzungen und Kreisverkehre. Und da gibt es keine Aufenthaltsqualität oder ähnliches. Und für Stadtlücken war dann eben die Frage zentral, wo ist eigentlich dieser Österreichische Platz?
Da hat man eben an diesem Österreichischen Platz einen Kiosk aufgebaut. Und es ist auch ein sehr krasser Brennpunkt. Das bedeutet, da kommt alles zusammen. Da kommen zwei Bezirke zusammen. Da fungiert nicht nur die Stadt, sondern auch der Bund, weil es direkt an der Bundesstraße ist. Es kommt sehr viel bürokratisches und stadtgesellschaftliches zusammen. Zugleich ist auch die subsidiierten Szene dort. Dann gibt es eine Kirche, die auch von Stadtlücken bespielt wurde. Es kommt da ganz viel einfach zusammen.
Das war so der Initiator. Dann wurde das Projekt ausgebaut. Das bedeutet, es hat eine gewisse Relevanz und eine Aufmerksamkeit bekommen. Und daraufhin hat die Stadt 80.000 Euro locker gemacht. Der Parkplatz, das war früher ein Parkplatz, dieser Platz unter der Paulinenbrücke, der wurde gesperrt. Und es war dann wirklich möglich, den Platz als Platz zu nutzen und nicht nur als Parkplatz. In dem Zuge wurde das Experimentierfeld Österreichischer Platz entwickelt. Es lief von Anfang 2018 bis Ende 2019. Das Ziel war hierbei, dass in diesem Experimentierfeld wurde dieser Platz sozusagen als Infrastruktur, den Bürgerinnen und Bürgern sozusagen dargeboten. Und die Menschen konnten sich dann überlegen, was sie denn da machen konnten. Und es war dann ganz unterschiedlich.
Es gab dann irgendwelche Yoga-Gruppen, also das ist so ein ganz kleinteiliger Bereich. Dann gab es auch eine Kinderaktion mit Hüpfburgen. Dann hat sich da ein neuer Verein gegründet. Die haben da einen Boulderblock hingebaut. Dann gab es das Sommerkino und auch ganz banale Partys auch einfach. Dann gab es aber auch eine Hütte, wo Kaffee verkauft wurde auf Spendenbasis. Also es wurde aus dem Platz, aus dem wirklichen Platz, der Aufenthaltsqualität hatte, wo wirklich schöne Sachen dann passiert sind. Und wo es dann Bürgerinnen und Bürger bei uns gemeldet haben, dass sie Lust hätten, das jetzt da zu veranstalten. Und wir haben den Raum gegeben, haben die Man- und Women-Power sozusagen, standen den Leuten beiseite, haben für die Infrastruktur gesorgt, für Strom und Wasser gesorgt und dann haben die Leute das gemacht und mussten halt selbst dafür sorgen, dass die Leute um zehn wieder vom Platz unten waren, sonst kam eben das Ordnungsamt und so weiter, das kennt wahrscheinlich jeder von euch.
Und genau, das lief dann 2019 aus. Und ich würde es ganz gerne mal kurz weiter erklären, da das relativ wichtig ist, glaube ich, für diese ganze, weil es ist für mich auch besonders, sozusagen für den Verein zu sprechen, weil es findet sich auch in einer sehr starken Umstrukturierung gerade, also in einer internen Umstrukturierung. Das hat, glaube ich, auch damit was zu tun, dass dieser Platz irgendwann nicht mehr da war, sozusagen. Also es musste diesen Punkt geben, wo jeder darüber diskutiert hat, der alle irgendwie angezogen hat, wo man sich getroffen hat. Da hatten wir über 30 Mitglieder plus Helferinnen und Helfer, die einfach Lust hatten, sich zu engagieren. Und der Platz war irgendwann weg und dann war auch nicht wirklich mehr ein Ort da. Und dann ging es sozusagen auch mit Corona los, wie es das dann langsam ausdifferenziert hat. Dann gab es dann nach der Laufzeit von der Stadt das Versprechen von 1,3 Millionen Euro, dass da eine permanente Planung sozusagen für den Platz angedacht wurde.
Die haben dann aber ganz schön wieder zurückgerudert, weil die Wirtschaftsförderung nicht mit der Stadt vernünftig gesprochen hat. Und dann hat man so ein bisschen an der vorbeigesprochen.
Es ging viel Zeit in Arbeit ins Land, ohne dass was passiert ist. Genau. Und parallel gingen dann auch andere Projekte voran. Ich möchte es gerade noch mal kurz betonen, weil dann gab es die Ausstellung Amt für öffentlichen Raum. Das war in der Weißenhof-Galerie, war auch die längste Ausstellung in der Weißenhof-Galerie überhaupt, weil es während dem Lockdown war. Das war eine Ausstellung gegenüber einem Jahr oder so. Und genau, dann hat es sich langsam ausdifferenziert. Die einen wollten es professionalisieren, konnten es dann doch nicht. Dann kam die Vereinsstruktur in den Weg, dann durfte man es zum Teil nicht professionalisieren.
Da wusste man nicht, wohin mit den Geldern. Da waren ganz viele Fragenzeichen im Raum.
Parallel haben sich dann auch weitere Projekte daraus ergeben. Da gibt es die Neckarinsel.
Läuft eigentlich nach unterschiedlichen Maßstäben mit der Österreichische Platz. Da hat sich mittlerweile eine eigene Projektgruppe daraus kristallisiert. Da wird wahrscheinlich auch ein eigener Verein das Ganze machen. Deswegen kann ich dazu wirklich nicht so viel sagen, weil ich einfach nicht drin bin, muss ich ganz ehrlich zugeben.
Zeitgleich haben es dann auch kleiner Projekte ergeben. Wir sind auch weiter in die Außenbezirke, haben da eine Skate-Session gemacht mit Kids, die eben nicht so viel Zugang zu monetären Mitteln hatten. Da haben wir eine Kooperation gemacht mit dem Stuttpark, dem hiesigen Skatepark in Stuttgart. Haben dann Skate-Kurse umsonst angeboten für Kinder auf einem riesengroßen Betonplatz, der da einfach vor sich hin steht und so weiter. Aber ganz zentral, egal was wir jetzt machen und was nicht, es ist relativ schwierig, das Ganze zusammenzuhalten, wenn es keinen Ort gibt oder der ganze Verein wieder zusammenkommt. Da gibt es dann hier ein kleines Grüppchen, die machen dann so eine Skate-Session, da gibt es da ein kleines Grüppchen, die fangen dann an, Dokumentationen zu produzieren.
Und dann gibt es aber diesen einen Kassenwart, der dann die Gelder hin und her schieben muss, der das dann vielleicht auch nicht mehr einsieht, weil er überhaupt gar nicht mehr so diesen emotionalen Bezug hat zu den ganzen Projekten, die da parallel laufen. Also diese Vereinsstruktur, würde ich jetzt sagen, die funktioniert irgendwann nicht mehr. Und jetzt sind wir eben gerade viel in der Neuausrichtung und überlegen, was tun wir jetzt eigentlich, wie wollen wir einen Verein neu ausrichten. Wir sind dabei, auch Begriffe neu zu denken. Also öffentlicher Raum ist ja auch ein Label, wird überall verwendet, aber was ist eigentlich der öffentliche Raum? Also wenn wir irgendwie divers denken wollen, da dürfen wir, glaube ich, nicht an diesen einen öffentlichen Raum denken. Wir müssen, glaube ich, mal anfangen, an öffentliche Räume zu denken, damit das Feld wirklich vernünftig bearbeitet werden kann.
Und ich glaube, es geht generell gerade vielen so, auch gestalterisch arbeitenden, künstlerisch arbeitenden Menschen, habe ich auch gerade eben ein ganz gutes Zitat im Radio gehört, da hat eine Schriftstellerin drüber gesprochen, über ihre Schreibblockade, zu dem Aufkommen der spürbaren Ausläufer des Anthropozäns. Die beginnen jetzt langsam, du hast vorhin gesagt, es staubt plötzlich, dann ist alles nass, etc. Dann plötzlich haben wir hier eine Pandemie und plötzlich ist hier wieder ein Krieg und da brennt die halbe Welt ab und so weiter. Und momentan, also die Theorie ist, dass sich Gestaltende und künstlerisch Arbeitende momentan wieder neu ausrichten werden, einen neuen Sinn in ihrem Gestalten finden müssen, Begriffe neu denken müssen, um wirklich auch wieder anknüpfen zu können, was Neues, was wirklich auch so für den Schaffensprozess Sinn macht, zu denken.
Und ich glaube, in der Phase befindet sich gerade so der noch bestehende Verein sozusagen, um das jetzt abzurunden.
40:26Ohne festen Ort zerfällt die Initiative
Norina QuinteModeration, ato
Ne, du hast eine super Brücke geschlagen, auch zu dem Thema Herausforderungen, wäre meine nächste Frage gewesen. Also wo liegen die? Weil ich das selbst zum einen oder wir ja auch durch Anstoß kennen. Übrigens toll, dass ihr auch durch den Regen gefahren seid und ihr mischt euch auch jederzeit ein und gebt ein aktuelles Bild auf Anstoß, jederzeit einmischen, wenn ihr wollt oder euch danach ist. Aber diese Frage nach dem Temporären, also das ist irgendwie auch was, was ja wir bei Anstoß lange hatten, wo man sich erstmal eine Sicherheit erkämpft in dem Sinne, dass man sagt, wir brauchen Offspace, einen festen Ort zum Arbeiten, den hat man dann irgendwann, dann hat man schon mal eine Sammelstelle. Dann geht es aber darum, wie finanziert man eigentlich diese Sammelstelle, weil eigentlich kommt ja kein Geld rein, weil eigentlich will man es ja Bürger:innen nah machen, niedrigschwellig, offen, ohne Eintritt. Dann ist man schon fast in der Selbstverwaltungsschleife gefangen, weil man sich dauernd erstens selbst Jobs machen muss und Jobs für den Ort, den man belebt schaffen müsste.
Also dieses Thema Betreuer, Kassenwart und so weiter ist ja ein Riesending, diese internen Strukturen, wie brennt man da niemanden aus oder wie läuft man auch nicht Gefahr, dass am Ende alle weg sind und man zum zehnten Mal dem neuen Kassenwart jetzt seinen Job erklärt. Also da geht ja auch immer Know-how flöten. Gleichzeitig hat dieses temporäre Arbeit natürlich einen starken Wert, weil man immer wieder vielleicht aktueller, zeitbezogener arbeiten kann, weil eben die Fragen jeweils immer neu diskutiert werden. Gleichzeitig, so höre ich ja auch raus, zum Beispiel beim Österreichischen Platz, einerseits für die interne Gruppe resultieren daraus wahrscheinlich wunderbare Nebenprojekte, neue kleine Satelliten. Andererseits für die große Vision, einen Platz in einer Stadt zu verändern, klingt ja nicht so, als wäre dann leider nicht so viel übrig jetzt in Stuttgart. Oder wie siehst du das? Wie sieht der Platz jetzt aus?
Martin MannweilerStadtlücken e.V., Stuttgart
42:21Also die Frage kam auch vorher nochmal, ob es den Platz noch gibt. Den Platz gibt es noch und da stehen immer noch keine Autos drauf. Und momentan gibt es den sogenannten Kringel. Also vorne, direkt an der Tübinger Straße, ist sozusagen dieser Parkplatz unter der Paulinenbrücke, der auch bespielt wurde. Der wird gerade nicht mehr bespielt, aber der Verein um den Boulderblock, die haben es den Boulderblock in den sogenannten Kringel hinten reingestellt, also in diesen Kreisverkehr. Und da ist es nicht frei zugänglich, das muss man mal auf und abschließen, aber zumindest hat dieser Verein jetzt einen Ort, wo sie den Boulderblock hinstellen können, wo sie weiter operieren können als Verein. Das ist halt was Gutes. Also das ist so eine Permanentlösung, die es ja gegeben hat. Dann gibt es das Medmobil.
Also im Zuge dieser Bespielung haben sich auch die Konflikte geöffnet zu der substituierten Gruppe, die immer gegenüber saß. Die fanden es aber auch unheimlich gut, mit uns zu interagieren, auch bei uns auf dem Platz zu sitzen und mitzumachen und zuzuschauen. Und da wir auch einen Sozialarbeiter dann auch an Bord hatten oder immer noch haben, gab es dann auch sehr gute Kooperationen. Und jetzt ist es mittlerweile so, dass es da auch eine Struktur gibt, also eine regelmäßige Struktur, wo die substituierten Anlaufpunkte haben und auch deren Ecke dann verschönert wurde und sowas. Also das sind auch jetzt räumlich kleine Satelliten, aber was jetzt auf dem Platz passieren soll, das ist total unklar, weil es sollte auch kurz eine Interimsfeuerwehr dahin kommen, aber jetzt irgendwie doch nicht.
Also man weiß gerade einfach nicht, was der Plan da ist und es ist auch nicht mehr, also es kann auch nicht mehr sein, dass es Vereine tragen können, da muss man wirklich mal. Das wäre jetzt die
Norina QuinteModeration, ato
44:05nächste oder meine naive Frage, auch Oriana vielleicht, weil du am ehesten drinsteckst oder auch Herr Tems, wie, also man müsste doch jetzt denken, okay, da hat sich eine Initiative bewiesen, sage ich mal, einer Stadt gegenüber. Also es war Besuch, es kamen Akteurinnen zusammen, eine Gesellschaft hat sich, man hat eine Art Polis geschaffen im besten Fall, also es gab irgendwie einen Austausch der verschiedenen Bereiche, hat noch was aktiviert.
Woran glaubst du, hakt es dann, dass man sowas nicht verstetigen kann im Sinne einer, Mensch, dafür muss ja ganz klar, wir haben es ja vorgelebt bekommen, da muss jetzt ein Budget her, wo auch immer, weiß ich nicht, ein Stadtplanungsamt irgendwo anklopfen könnte oder so, da muss jetzt sofort Geld her, damit uns das nicht wieder flöten geht, ökonomisch wäre es ja eigentlich auch richtig darauf, noch mehr aufzubauen oder wie ist da deine Beobachtung?
Oriana KraemerStadtplanerin, Reallabor Stadt Karlsruhe
44:57Also ich kenne jetzt nicht die Geschichte vom Österreichischen Platz und wie das Projekt aufgezogen wurde und warum die Stadt jetzt genau diesen Platz gefördert hat, weil die muss ja auch Intentionen gehabt haben und dann weiß ich auch nicht, warum es dann nicht fortgesetzt wurde, kann ich nicht sagen. Also ich denke mal am Erfolgsversprechenden sind eine Verstetigung von temporären Umgestaltungen, wenn dafür schon Lokalitäten da sind, die auch in der Gesamtstrategie der Stadt schon, dass es dann eine bestimmte Zielvorstellung für gibt. Wie jetzt zum Beispiel diese beiden Reallabore, die wir durchführen, die haben wir ja nicht einfach so ausgewählt, sondern wir haben natürlich geguckt, wo sind große Potenziale in der Innenstadt, wo wird demnächst was passieren, zum Beispiel in der Karlstraße, da wird voraussichtlich nochmal die Haltestelle vom Europaplatz um die Ecke verlegt und solche Dinge werden nochmal die Verkehrsräume ganz neu ordnen. Und da ist einfach was im Fluss, da gibt es einen politischen Willen, tatsächlich in Zukunft auch Geld reinzustecken und jetzt im Fall vom Passagehof war das wirklich ein Glück mit dem Reallabor, weil die Stadt hat schon seit vielen Jahrzehnten versucht, diesen Platz autofrei zu kriegen und es ist aber immer gescheitert an dem Widerstand der Anlieger, die darauf bestanden haben, dass sie weiterhin Stellplätze vor ihren Geschäften haben. Und dieses Reallabor hat jetzt zum ersten Mal erwirkt, dass sogar die Gegner tatsächlich auch gemerkt haben, dass es gar nicht so schlimm ist, der Effekt dieser Reallabore für ihr Geschäft oder dass es einfach auch einen Mehrwert bietet für die Aufenthaltsqualität und damit auch für die Gemeinschaft, aber auch für die Kundschaft.
Als wir gesagt haben, das Reallabor ist jetzt vorbei, wie versprochen wird jetzt alles in den Ursprungszustand wieder versetzt, war das Geschrei groß, weil alle wollten, dass es sofort verstetigt wird und das konnten wir natürlich nicht machen, Verkehrsversuch ist zeitlich begrenzt und jetzt wird es aber nach der Evaluation, also es wird alles wissenschaftlich begleitet und ausgewertet mit Zählungen, Aufenthaltserhebungen und so weiter. Und Anliegerbefragungen, wird es in ein Projekt überführt für eine Verstetigung und da hängt es natürlich immer zusammen mit, wie viel Geld steht zur Verfügung, was kann man dann tatsächlich umsetzen, in welchem Umfang, aber gerade im Passagehof war das Potenzial so groß, weil auch dort gibt es zwei große kulturelle Player, die Kinemathek und auch der Jazzclub, der da einzieht. Und da gibt es eben einfach auch die Möglichkeit, Stadtkultur hier sichtbar zu machen an diesem Ort und zum Beispiel eine Fläche zu reservieren mit einer Bühne, um zu sagen, der steht auch den kulturellen Initiativen hier zur Verfügung.
Das ist vielleicht an anderer Stelle nicht so möglich, wo der wirtschaftliche Druck durch die Gewerbetreibenden viel größer ist.
Norina QuinteModeration, ato
48:03Aber das klingt ja schon mal gut, also wenn das so erkannt wird und auch verstetigt werden kann. Man merkt natürlich, so wie du sagst, auch eine Macht haben natürlich dann auch private Eigentümer, diese Immobilien, ansässige Gewerbetreibende. Und würdest du sagen, da könntest du beschreiben, wenn man nicht drinsteckt, wer da mehr Möglichkeit hat? Also Gestaltungsspielraum, würdest du am Ende sagen, weil die Stadt zum Beispiel zu wenige Flächen selbst besitzt, hat sie auch ein niedrigeres Bestimmungsrecht oder eine Möglichkeit zu interagieren? Also die öffentlichen Räume gehören ja Gott sei Dank in Karlsruhe der Stadt. Aber wenn die so sagen können, wir wollen das nicht und das so ein Kampf ist, dann haben sie ja eine Macht.
Oriana KraemerStadtplanerin, Reallabor Stadt Karlsruhe
48:51Ja, das ist aber, das hängt eher mit der Politik zu tun und auch inwieweit bestimmte Interessensgruppen politische Macht haben einfach. Und das ändert sich natürlich auch je nach Zusammensetzung des Gemeinderats immer mal wieder. Ein bisschen verschiebt sich das vielleicht, aber auch, ich glaube jetzt ist einfach eine gute Zeit für verschiedene Projekte, die mit Klimaanpassung zu tun haben. Und natürlich ist es allen klar geworden, dass wir was tun müssen. Und es gibt auch einen gewissen wirtschaftlichen Druck jetzt in der Innenstadt, weil es ganz viel Leerstand gibt mittlerweile.
Nicht erst seit Corona bahnt sich das an, sondern auch durch die Digitalisierung, durch Online-Shopping. Haben jetzt auch, ist es so ein bisschen im Mainstream angekommen, dass die Stadt multifunktional werden muss. Und nicht nur mehr nur, also die Innenstadt nicht mehr nur zum Shoppen da sein kann. Und es ist jetzt ein bisschen so, man muss jetzt ein bisschen aufpassen, dass man nicht den gleichen Fehler wieder mit der Gastronomie macht. Dass man sagt, okay, jetzt wird alles Gastro. Das kann es natürlich auch nicht sein. Und deswegen wollen wir mit dem Reallabor auch zeigen, was noch so geht. Und tatsächlich haben wir viele Initiativen, die sich beworben haben.
Das sind vielleicht nicht die subkulturellen Initiativen oder Künstlerinnen und Künstler, die, ja, ich will das gar nicht so klassifizieren, aber es sind viele zivilgesellschaftliche Initiativen auch, die sich da einbringen. Wir hatten im Passagehof ein tolles Theaterstück vom Volkstheater, Keep Karlsruhe Boring. Die haben unser kleines Ladenlokal als Garderobe und Umkleide auch mitgenutzt, das wir hatten. Wir hatten so ein Reallaborbüro, das offen war für Gespräche. Und die haben mehrere Vorstellungen immer auf dem Platz gestartet und sind dann in so einem Performance-Parcours durch die Innenstadt gelaufen.
Was ich sehr passend fand für dieses Projekt auch, weil das war vielleicht so die einzige künstlerische Position, die sich wirklich explizit mit dem Ort oder mit der Innenstadt auseinandergesetzt hat. Und nicht eben nur, in Anführungszeichen, ist ja auch viel wert, eine künstlerische Position ausstellt, die jetzt nicht ortsbezogen ist.
51:06Aus der Runde: Veränderung braucht Politik und Haushalt
Norina QuinteModeration, ato
Christian, du hattest eine Frage. Wir haben leider keine... Du kannst gerne, wenn das Kabel reicht.
Stimme aus dem Publikum
51:18Ja. Oriana, der hat, glaube ich, schon großartig meine Frage schon beantwortet. Die eine ist nach der Erfahrung, was die Förderung von Aktionen in Karlsruhe aussieht. Und vielleicht auch an, ja, ich meine an, auch an der Tepst, was die Qualismusbrüche angeht. Ob da jetzt eigentlich inzwischen so eine Art Umdenken in der Verwaltung stattgefunden hat, das ist eigentlich auch eine, ich glaube auch die Eröffnungsfrage für heute, welche Rolle die Kunst bei städtischen Entwicklungsprozessen spielt, ob da jetzt eigentlich so langsam ein Umdenken wirklich stattfindet. Also da ist ja zumindest ein kleines Projekt mit Schiffen, 500 Euro ist ja schon mal ein Anfang. Aber ich habe ja gesagt, dass eine Aktion sich natürlich auch partizipativ mit dem Ort der Stadtgesellschaft beschäftigt hat.
Ich bin auch Mitgründer von die Anstoß e.V. und habe Erfahrung im Durchführen von kleineren und größeren städtischen Interventionen. Ich weiß eben, was ein Riesenaufwand ist. Es ist mal kurz für ein paar Stunden eine Aktion auf die Beine gestellt, ziemlich schnell erledigt. Aber das ist natürlich länger und intensiver mit dem Ort und auch mit der Stadtgesellschaft zu beschäftigen, die dann auch wieder eine gewisse Akzeptanz für den Ort herstellt. Das ist einfach ein größerer Aufwand, natürlich zu lösen. Und man kann das sagen, glaube ich, ganz gut, das Gespräch vor Lernstack am Russland stattnehmen, was für uns als Beispiel das Projektrahmen, dieses drei-monatisches Projekt, so um die 80.000 waren.
Und man könnte eigentlich noch lieber so mit 250.000 Euro arbeiten. Und das sind natürlich Positionen, die dann wirklich tief in den Stadtteil hineingehen und dann auch wirklich eine gewisse Akzeptanz und Identifikation der einzelnen Kunden in diesem Ort hergestellt wird. Das ist so ein bisschen die Frage, ob sowas auch in Zukunft vielleicht ein bisschen mehr gefördert werden. An den Städten, also dass man auch wirklich explizit nach einer Position gesucht werden kann, wo man dann wirklich Künstlerinnen einlädt, die sich dann wirklich tief von dem Ort befassen können und wo man dann wirklich Experten dazu einlädt, heißt es einfach nur 200 Euro für eine Spaßaktion, die man natürlich auch eine Schwierigkeit hat, aber auch wenn man da noch ein bisschen mehr Geld oder auch Vertrauen sozusagen lehnt.
Klaus TemsKulturbüro, Kulturamt Karlsruhe
53:57Ja, danke für die Frage. Es sind Zahlen, also Klaus Tems, Leiter des Kulturbüros im Kulturamt und seit vielen, vielen Jahren auch mit Kunst im öffentlichen Raum befasst, es sind Zahlen genannt worden, die 500 Euro für die einmalige Bespielung auf der Bühne, das ist wahrlich nicht viel, es sind 1,2 Millionen oder so ein Österreichischer Platz.
Okay, gut, sorry.
Im kleineren Bereich ist es, also wenn man von diesen 500 Euro spricht, die Nasenwasser sind, das ist nicht das Thema. Ich denke, auch im Zusammenhang mit Reallabor, da geht es darum, eine nachhaltige Veränderung zu schaffen und da sind dieses ganz schöne Interventionen, die darauf aufmerksam machen, dass hier ein Veränderungspotenzial ist. Die eigentliche Veränderung ist dann letztlich mit ganz anderen Mitteln auch verbunden und dafür braucht man die Politik. Das ist keine Frage des Umdenkens der Verwaltung. Und da braucht man die Fraktionen, die dann letztlich die Anträge auch für den Haushalt stellen.
Und da hat sich die Verwaltung, denke ich, inzwischen auch in einer Weise auch doch, also ist schon auch dabei umzudenken, auch in dem Miteinander der verschiedenen Ämter. Also Stadtplanungsamt da ganz stark als Vorreiter, Amt für Stadtentwicklung mit Kulturamt auch mit dabei, was so Interventionen auch in den Stadtteilen anbelangt. Aber das muss letztlich dann von der Politik mitgetragen werden und die müssen die Gelder in den Haushalt einstellen.
Und die Haushaltssituation ist leider im Augenblick eine extrem schlechte. Und von daher, ja, ich hoffe, dass solche Projekte wirklich auch, Sie haben eben davon erzählt, dass die Anwohner sich da haben überzeugen lassen, dass Reallabor, die Erfahrungen mit dem Reallabor doch sehr positiv sind und sich auf eine Schließung, wie auch immer, des Passagehofes einlassen können. Das sind Erfahrungen der Anwohner, die dann auch in die Fraktionen wieder spielen und hoffentlich sich irgendwann auch mal in entsprechenden Positionen im Haushalt wiederfinden.
Jurek WerthSocialform, Darmstadt
56:55Die Frage ist, was soll sich verstetigen? Wir sprechen über das Verstetigen, aber haben verschiedene Projekte, natürlich einerseits die Testphase, wo verschiedene Akteure über ein Transbudget in den Raum eingeholt werden, um in den Raum aktiv zu werden. Soll ich sowas bestätigen oder soll daraus eine langfristige Nutzung von Betreiber entstehen? Da hängen ja auch Fragen der Pacht, des Eigentums, der Überlassung und der Versicherung einfach mit dran. Insofern verstehe ich eigentlich jetzt das Reallabor, das ich verstehe ja als diesen Testlauf, wo man eben über zur Verfügungstellung von Infrastruktur, das wäre jetzt auch noch eine Frage, also wer verwaltet diese Bühnen, also wer ist dann für die 500 Euro alles drin, also ich muss noch als Musiker kommen, man kriegt die Gage und kann loslegen oder muss ich noch alles machen. Also die Frage ist, was passiert aus diesem Testbetrieb und was soll sich verstetigen, das wäre auch die Frage für den sozialen Platz gewesen, wir hatten ja die 80.000, die sich hier verstanden haben, auch für diesen Testbetrieb, wo verschiedene Aktionen stattfinden konnten.
Ich frage jetzt, geht es, dass sich nur die Niveau oder die Satelliten geübt haben, was passiert, genau, in Kleinteilung, ja, ja, und die 1,2 Millionen werden eigentlich für einen weiteren Testbetrieb gelegen?
Martin MannweilerStadtlücken e.V., Stuttgart
58:05Nee, also da gab es auch unterschiedliche Akteurinnen und Akteure, die dann, die wir mit ins Boot geholt haben und es war nämlich auch so ein ganz langes Hinhalten, weil das Geld eben schon, es sollte, das Geld sollte fließen, sozusagen, und wir haben dann schon mit sehr vielen Akteurinnen und Akteuren gesprochen, die es da niederlassen sollten, sprich, da gibt es eine Vereinigung, die heißen Contain't in Stuttgart, und die sind eben ganz gut in so einer Containerinfrastruktur aufzubauen, und die hätten da eben eine Art Sektur aufgebaut, dann hätte es unterschiedliche Nutzungsarten von Sozialarbeiterinnen und Arbeitern gegeben, also es gab auch die Vision, ja, es gibt ja diesen, also ich bin eben in diesem Planungsbereich nicht hundertprozentig sondern es gab am Schluss diese Vision des österreichischen Platzes und da ist eben nochmal aufgefasst, was da alles für Nutzungen hätten reinkommen können.
Norina QuinteModeration, ato
59:09Ich glaube auch viel mehr, als dass es um das konkrete Produkt geht, was verstetigt werden sollte, ist eher eine Budgetfrage auch, also wie sehr, wie kontinuierlich wird Experiment im Stadtraum budgetiert, mitgedacht, Jahr für Jahr, weil man da eine Bedeutung sieht, also ich meine jetzt gar nicht, ob da am Ende der Kiosk oder hier die Wurstbude stehen bleibt am Hafen, sondern auch da wirklich die, wieso wird da nicht erkannt, okay wir haben es jetzt schon vier, fünf, sechs, sieben Mal gesehen, es gibt Großprojekte, dann brauchen wir ja anscheinend dieses Budget und ich weiß natürlich, die Kassen sind leer, aber ich habe es zumindest aus meiner Erfahrung her noch nie anders gehört, also die Kassen sind doch immer leer, also ich meine, wäre da nicht irgendwie dann eher ein Umdenken, Umschichten von Geldern oder also ich weiß nicht, wie sich da auch im Bereich Kultur, aber auch Städteplanung, die jährlichen Budgettöpfe, ob die nicht schon seit 25 Jahren nun mal gleich ausgeschüttet werden und es gibt halt die Player, die Institutionen, die halt etwas bekommen, was ich denen gar nicht wegnehmen will, aber ich habe noch nie, ich weiß gar nicht, wenn wir jetzt warten auf bessere Zeiten, ob wir dann so richtig liegen, weil ich habe noch nie gehört, dass die Zeit für Kulturgelder gut stehen, das war nur so ein Einwand und ich hatte, wir hatten noch eine Meldung von Andreas, glaube ich, ich
1:00:26Den Nutzen zeigen – Partizipation in Kunst und Wissenschaft
Andreas GerdesKIT Innovation HUB
gebe dir vollkommen recht, wenn wir seriös betrachten, habe ich noch nie so gute Zeiten gehabt für die letzten 15 Jahre und werden wir in Zukunft nicht haben, das spielt keine Rolle, wenn du schaust, wie die Staatseinnahmen sind, dann sind die gut gewesen und wir konnten ein, ja ich sehe es, wir konnten da was hinbekommen, dass wir einen Schuldenstopp hatten und ähnliches, das war in den Jahrzehnten vor unmöglich, da mussten wir uns ständig weiter verschwunden, ganz im Gegenteil, wir haben sogar Schulden abgebaut, was jetzt im Prinzip den Staat angeht, also das ist glaube ich, auch die Gewerbeeinnahmen sind bei den Städten nicht die kleinsten gewesen, also ich glaube, da kommen wir nicht hin, wo ich bei Ihnen bin, ist vielleicht bei der Umverteilung, wie es verteilt wird, da mag es sein, dass eben die Kassen knapp sind, aber den Kommunen ist es in den letzten Jahren eher besser als schlechter gegangen, die haben bloß eben einiges jetzt zu zahlen, was auf sie zukommt, aber ich würde gerne mal, weil es ja der WERKstattPALAST und im WERKstattPALAST versuchen wir ja die Brücke zu schlagen zwischen Wissenschaft und Kunst und ich würde gerne mal eben an dieser Stelle nochmal einen Punkt aufmachen, der mir jetzt aufgefallen ist, dass wir eine große Gemeinsamkeit haben, die vielleicht gar nicht so bewusst ist, genau wie die Kunst schon viel früher, müssen wir heute von der Wissenschaft zunehmend uns mit dem Thema Partizipation auseinandersetzen. Da gibt es große Projekte vom BMBF, also vom Forschungsministerium, und das heißt, wir müssen sehr viel stärker in unsere Forschung heute die Bevölkerung mit reinnehmen.
Das ist für uns ein neues Feld. Und viele klassische Kolleginnen und Kollegen, die jetzt in diesem Bereich unterwegs sind, fragen sich auch, wie machen wir das? Das ist gerade gleich die Nachfolgeveranstaltung, die Diskussion, da wollen wir gerade drüber reden. Wie schaffen wir es, Partizipation in der Wissenschaft reinzubringen?
Das heißt aber, wir brauchen Gestaltungsräume. Und das Modernste, was es im Moment gibt, Reallabore, es gibt etwa 30 bis 40 verschiedene Definitionen für Reallabore. Da weiß ehrlich gesagt im Moment niemand mehr so genau, wenn er einen Begriff verwendet, was ist ein Reallabor und was meine ich in diesem Augenblick mit auch. Aber was den Reallaboren fehlt, und da komme ich kurz darauf zurück, die Straßenverkehrsordnung, ist natürlich, dass wir in unserem Lande generell, aber auch in Baden-Württemberg, was uns fehlen, sind Experimentierklauseln.
Wir brauchen einfach mehr Spielräume, wo der Gesetzgeber mal ganz bewusst sagt, unter diesen Bedingungen, die wir jetzt hier schaffen, lassen wir das mal mit dem Geld ein bisschen lockerer angehen, lassen wir das da mal dies oder jenes. Denn ich kann nicht auf der einen Seite sagen, jetzt seid mal bitte alle kreativ und lasst euch was einfallen. Und das nächste Wort ist der Landesrechnungshof.
Dieser Begriff reicht in der Regel aus, jedem Kollegen aus der Verwaltung des KITs den Schauder, den Rücken runterlaufen zu lassen, weil das natürlich Einschränkungen sind. Das ist ein Widerspruch. Dieser Widerspruch, und da haben wir öfter schon drüber diskutiert, entschuldige, jetzt bin ich ein bisschen lang dran, aber heißt Risiko. Wir sind einfach nicht risikobereit. Wir wollen alles machen. Und da sind wir letztendlich auch schon bei dem Problem, ein solches Modellprojekt sieht gut aus, kommt auch in die Zeitung oder wird mal irgendwo anders veröffentlicht. Zentral ist aber die Verantwortung dafür zu übernehmen, das zu verstetigen. Also nach dem A tatsächlich auch B zu sagen. Das ist die Herausforderung und die funktioniert nicht. Die werden wir bei unserer Politik nicht leisten. Und ich glaube, ein Grund oder eine Sache, die wir da tun müssen, ist letztendlich, und das tun wir zu wenig, das tut ihr zu wenig, das tun wir auch vielleicht zu wenig, klar herauszuarbeiten, was ist der Benefit.
Denn nur wenn wir den Benefit irgendwo zeigen, und ich meine jetzt nicht unbedingt einen Benefit mit Geld oder ähnliches, aber auch das Ergebnis zu zeigen, was ist das Ergebnis dieses Tuns, was erreichen wir damit, was verbessern wir damit, da diskutieren wir, glaube ich, ein bisschen zu wenig. Und wenn dann danach eine Evaluation kommt eines Projektes, wo gezeigt wird, hey, die sind begeistert oder dies oder jenes, dann wird der Benefit gezeigt. Den Benefit auszublenden zu tun, als ob das niemand interessiert, das ist nirgendwo anders so. Und jetzt komme ich auch zum letzten Satz, ist dann eben, wir müssen einfach, denke ich, versuchen eben über den Begriff Partizipation, eben diese unterschiedlichen Aktivitäten, eure Aktivitäten im Bereich der Kunst, unsere Aktivitäten in der Wissenschaft.
Wir haben auch in anderen Bereichen, das ist der gemeinsame Nenner, und wenn wir diesen gemeinsamen Nenner gemeinsam spielen, dann kriegen wir, glaube ich, auch ein größeres Moment, was jetzt in Richtung politische Entscheidungsträger geht, weil die Erfahrung habe ich genau gemacht, ganz anderen Zusammenhang. Die Verwaltung kann nicht viel tun, wenn die Politik nicht enabelt. Enabelt die Politik, habe ich noch niemanden in der Verwaltung getroffen, der nicht bereit ist, diese neuen Spielräume auch auszunutzen, weil sie wissen ja, dass es nicht gut funktioniert. Aber dafür müssen wir eben genau diesen Benefit bei der Partizipation herausarbeiten und das deutlich machen. Ich glaube nicht, dass Benefits in Form von lachenden Gesichtern und Menschen, die sich freuen auf einem Platz oder irgendwo, dass die irgendwelche Verwaltungen oder die Politik überzeugen können.
Martin MannweilerStadtlücken e.V., Stuttgart
1:05:30Weil heutzutage läuft viel über eine Bildebene und man hat viele Möglichkeiten wirklich zu zeigen, die Leute finden es gut.
Aber letztlich bringt es keinen Mehrwert. Also man muss trotzdem einen quantitativen Mehrwert, glaube ich, irgendwo rausarbeiten, sonst kommt man da nicht weiter. Also das ist so unsere Erfahrung. Da kann man noch so viel zeigen und noch so viel Benefits zeigen und so weiter und noch so viel Partizipation machen. Der Österreichische Platz hat ein partizipatives Projekt in hohem Maß, das steht überall drin. Und am Schluss steht man dann trotzdem da und die Leute stehen vor einem, alle haben Fragezeichen über den Köpfen.
Andreas GerdesKIT Innovation HUB
1:06:11Gut, mein Benefit muss nicht dein Benefit sein. Ich glaube, darüber muss man ja auch klar werden. Kann sein.
Martin MannweilerStadtlücken e.V., Stuttgart
1:06:19Das ist richtig, aber es ging trotzdem, ja, natürlich, aber die reinen Benefits neben dem Monetären, unheimlich schwierig, glaube ich. Unheimlich schwierig.
1:06:30Verstetigen heißt: Budgets statt verbrauchtes Ehrenamt
Norina QuinteModeration, ato
Ich übernehme mal kurz die Moderation. Ich finde das einen sehr interessanten Punkt, auf den ich gerne zurückkommen würde, weil dieses, genau da liegt ja auch ein Kampf, welcher Benefit, auch was haben wir Künstler:innen auf die Perspektive, sich nicht verkaufen zu wollen. Am Ende, vielleicht müssen wir alle lernen, dass es völlig wurscht ist, ob wir die Skalierungskurve auch mal schön hochschrauben und uns da irgendwie, also das ist eine Frage, das ist nicht meine Meinung, aber ich wollte erst Jurek das Wort geben, dann Oriana und gerne auch Jaro. Ihr hattet euch so der Reihe nach gemeldet und das ist auch
Jurek WerthSocialform, Darmstadt
1:07:02eine Meldung? Nee. Nee? Okay. Dann erst mal soweit. Ja, danke. Ich würde auch noch mal gerne auf die Verstetigungsfrage, die ich ja vorhin aufgemacht habe. Genau so war das gemeint. Was soll sich verstetigen? Diese Art zu arbeiten, so experimentell, ergebnisoffen, auch, also verstetigen im Sinn von, dass das in Budgets herankommt, wo man damit auch wirklich was machen kann und zu diesen Budgets gehört dann auch die Evaluation dazu. Das ist natürlich so, wie wir das machen, ganz schwierig. Also bei uns reicht es halt gerade, um das Projekt gut zu machen, aber das Projekt danach zu verkaufen. Und ich glaube nicht, da wäre ich bei Ihnen tatsächlich zu zeigen, weil ich glaube auch an den Benefit von dem Projekt, und zwar den langfristigen Benefit von dem Projekt.
Also da geht es ja um resiliente Stadtgesellschaften. In den Projekten, die wir machen, geht es ja darum, dass man eigentlich mit Leuten in einem Aktivationsprojekt drei Monate lang zusammenarbeitet, danach aber ein Netzwerk zurücklässt in der Stadt, was weiter wechselt und was mit dem Ort gespielt und was weiter in dem Stadtteil lokal sehr stark aktiv ist.
Und wir glauben da sehr stark an eine soziale Rendite von diesen Projekten, die sich vielleicht monetär auch gar nicht so stark direkt messen kann.
Jurek WerthSocialform, Darmstadt
1:08:07auch nicht, wobei ich glaube, in der Schweiz gibt es diese Geschichte, wie viel von investierten Franken in die Kultur wieder zurück in die Wirtschaft geht. Also da gibt es ja schon Geschichten, die man wissenschaftlich machen könnte. Aber das sind ja, wenn die Projekte aus der freien Wirtschaft kommen oder aus freien Akteuren, die jetzt nicht institutionell gebunden sind, die das so machen, wie wir das zum Beispiel machen, ganz schwierig, weil das ja noch mal fast die gleiche Projekte ist, das mit zu begleiten.
Ich stimme dem auch zu, dass man das eigentlich zeigen muss, damit sich eben diese Art zu arbeiten, dass sich Reallabore verstetigen, dass sich bei uns die künstlerische Vermessung, wenn diese Methode einfach anerkannt wäre und wenn einfach klar wäre, bei städtebaulichen Entwicklungsprozessen hat man vorher experimentelle Formate, um noch mal Informationen, jetzt in meinem Fall für den Städtebau, mit heranzuziehen, um auch Partizipation voranzutreiben.
Was aber meine Erfahrung ist, gerade wenn ich mir den Österreichischen Platz angucke, wenn ich mir angucke, wie es in Darmstadt mit der Kulturszene ist, die eben auch zu Vereinsstrukturen kommt, da wird einfach auch das Ehrenamt verbraucht. Da gibt es einfach die jungen Leute, die das im Ehrenamt machen, die machen dann ein schönes Projekt, das ist verwertbar für die Stadt. Das ist nämlich dann schon für die Stadt verwertbar, aber das ist nicht nachhaltig, weil dann sind die fertig, es ist ja in meinem Fall genau das Gleiche, ich komme daraus, die gehen in die Freigeldschaft, vielleicht klappt es, vielleicht klappt es nicht. Das ist aber jetzt zum Beispiel bei mir im Darmstadt ganz konkret passiert, die neuen Anfragen von der Stadt an solche experimentellen Formate gehen nicht an die Firmen, die sich etabliert haben, sondern die gehen wieder an die neuen Jungen, die es eben auch ohne Anforderungen an richtige Budgets machen. Also ich bin da auch recht offen mit den jungen Leuten bei mir in der Stadt, dass ich sage, ihr müsst da andere Budgets aufrufen, ihr könnt da nicht wieder für 50.000 Euro ein Projekt machen, was eigentlich 250.000 Euro wert ist.
Das ist was schief im System. Das meine ich mit Verstetigung. Eigentlich müssen sich auch die Verständnisse für Budgets und für eine gewisse Professionalisierung dieser Arbeit, aber da ist man an einem Punkt, der ganz schwierig ist, weil ich habe ja auch so angefangen. Also das ist schon auch, was macht man mit so einer Taktik von kleinen ehrenamtlichen Vereinen? Spürt man die in die Strategie von oben und nimmt sie eben weg? Also, aber ich glaube, das ist eine Gemengelage, wo ich mir von unserer Seite aus sehr wünschen würde, dass das in andere Budgettopfe und dadurch auch in eine andere Bestätigung kommt. Ganz freut mich.
Oriana KraemerStadtplanerin, Reallabor Stadt Karlsruhe
1:10:28Ich würde da gerne gleich anschließen und auch nochmal rückblickend auf die Frage von Christian, ob sich da was tut in der Stadtverwaltung. Und ich glaube schon, dass sich was tut, auch in puncto Zusammenarbeit, weil das ist da nämlich ganz wichtig, wenn es um Budgets geht, dass nicht jedes Amt sein eigenes Budget verwaltet, sondern dass wir gucken gegenseitig, wo hat wer Budgets und wie kann man sich das auch zuschieben, sodass es auch an der richtigen Stelle für den richtigen Zweck ankommt. Und ich glaube, da sind wir eigentlich auf einem guten Weg und das Reallabor war auch für uns so ein bisschen ein Reallabor. Ich würde es jetzt auch nochmal komplett anders aufsetzen im Nachhinein, muss ich sagen, aber das ist auch okay, das muss man sich auch zugestehen, dass man lernt. Und ich finde es total interessant, wie unterschiedliche Kommunen funktionieren und oft die Art, wie sie zum Beispiel Kulturförderung betreiben, auch ganz viel mit den Dezernatsstrukturen zusammenhängt.
Ich fand es ganz interessant, ich war neulich auf einer Tagung, da war die Dezernentin von Bonn da, die für Kultur und für Sport zuständig ist und die macht wahnsinnig tolle Projekte an der Schnittstelle zwischen Sport und Kultur. Und da passiert ganz viel, da fließt ganz viel Geld rein.
Und das wäre hier natürlich nicht denkbar, weil es einfach auch diese personelle Verknüpfung nicht gibt. Oder man denkt immer so ein bisschen in den Dezernatsstrukturen, in denen man sich befindet. Und das aufzubrechen, wäre natürlich toll. Stadtplanungsamt zum Beispiel hat nicht das gleiche Dezernat wie Kulturamt, könnte auch anders sein. Oder man macht es dann wie in Stuttgart, dass eine Stelle geschaffen wird für kulturelle Stadtentwicklung. Da gibt es eine Stadtplanerin jetzt, die Vollzeit im Kulturamt arbeitet und nur für die kulturelle Stadtentwicklung zuständig ist. Das gibt es, glaube ich, auch in Mannheim. Ich meine, das kam aus der Politik in Stuttgart, dass das geschaffen wurde, aber ich bin mir nicht ganz sicher.
1:12:37Die Verwaltung muss Kontrolle abgeben lernen
Norina QuinteModeration, ato
Jaro, wolltest du direkt daran anknüpfen?
Jaro EiermannArchitekt und Stadtplaner, die Anstoß e.V.
1:12:40Ich wollte eigentlich auch an Christians Frage anknüpfen, aber ich denke, das passt auch zu den anderen Aussagen und Fragen. Also ich fand das Spannende beim Österreichischen Platz eigentlich immer so, dass gefühlt von außen, ohne jetzt da beteiligt zu sein, dass man es da geschafft hat, von solchen freien Akteuren aus sehr viel Verantwortung zu übernehmen, auch für die Programmatik und für die Agenda, für das Agenda-Setting, was dann auf dem Platz stattfindet. Wo ich das Gefühl hatte, dass man da in Karlsruhe auch schon oft was ausprobiert hat, mit dem Kronenplatz zum Beispiel, und dass dann doch die Stadtverwaltung, ohne da jetzt auch explizit mit drin gesteckt zu sein, dass die Stadtverwaltung da gewisse Ängste hatte, die Kontrolle abzugeben.
Und ich glaube, es mag jetzt Karlsruhe bis in Stuttgart hinten dran sein, ist jetzt auch nicht das Entscheidende, aber ich glaube, das Entscheidende auch dann für den Benefit von solchen Projekten ist einfach, dass die Verwaltung verstehen muss, zukünftig wird die Zivilgesellschaft sehr viel autonomer agieren müssen, aus verschiedenen Gründen, was auch jetzt Themen wie, ich will jetzt nicht den Teufel an jemanden malen, aber es geht nicht nur immer um Lebensqualität und Kultur, sondern halt auch um Krisenfestigkeit, um Resilienz, Katastrophenschutz und so weiter. Und spätestens dann ist man ja total froh, wenn eine Flüchtlingswelle kommt, dass die Zivilgesellschaft halt einfach mal macht so. Aber in Nicht-Ausnahmezuständen, ja, hat man halt, denkt man halt immer, dass die Zivilgesellschaft irgendwie vergisst, den Herd anzulassen, so auf die Art. Auszumachen.
Ja, und ich glaube da, ich weiß nicht, wie man das aufbrechen kann. Es funktioniert nur, glaube ich, durch solche guten Beispiele wie in Stuttgart oder auch anderswo. In Karlsruhe gibt es auch gute Beispiele, das will ich jetzt nicht sagen, aber ich bin jetzt natürlich in einer gewissen frustrierten Position auch ein bisschen in Karlsruhe hier. Von dem her, ja, glaube ich, dass man einfach weitermachen muss und man kann die Fragen jetzt hier auch am Tisch wahrscheinlich schwierig beantworten.
Norina QuinteModeration, ato
1:14:56Es ist aber trotzdem, finde ich, eine wertvolle Erkenntnis, wo man wieder auch bei dem Thema der Verantwortung landet. Also wer trägt eine Verantwortung, wie kann sie Kunst vielleicht auch sein, also da gewisse Themen kritisch beäugen, aktivieren in einem Stadtraum, gleichzeitig aber auch Thema Partizipation. Wir wollen eine Gesellschaft ja auch mündiger gestalten, also genau wie du sagst, dass sie eben aus sich heraus etwas bewirken kann, wenn ein zum Beispiel Krisensituation entsteht oder aber auch ohne im besten Fall. Also wie schafft man genau diese Verantwortung nicht nur in einer politischen Instanz zu leben, sondern eben auch sowohl in einem Amt, in einer Ämtervernetzung, wie auch in einer Mischung aus Offspace oder Ehrenamt und wirtschaftlichen Unternehmen.
Gleichzeitig auch, welche Orte aktivieren dann tatsächlich die Stadtgesellschaft, solche Verantwortung mitzutragen und die überhaupt zu erspüren. Und ich glaube, da sind wir beim Thema Benefit wieder. Der liegt ja genau darin, dass man durch das Hineinstolpern in einem Stadtraum, zum Beispiel Reallabor oder einem Österreichischen Platz, auf einmal eine Idee kriegt, von was kann ich hier eigentlich auch noch selbst beitragen. Das muss nicht unbedingt das Kunstwerk sein, weil ich bin vielleicht keine Künstlerperson. Das kann aber sein, dass ich das nächste Mal auch meinen Tischtennisschläger mitbringe, weil hier steht ja eine Tischtennisplatte und die leihe ich meinem Nachbarn. Also so einfach ließe sich das ja letzten Endes begründen und da sehe ich persönlich, was auch Jurek gerade ansprach, dieses Thema der Zeit für Experiment, aber auch für Evaluation, weil man merkt es jetzt auch zum Beispiel bei einem Projekt, wie wir es hier haben.
Natürlich wissen wir ungefähr, trotzdem noch Minus und so weiter, aber wohin es geht ab bis Mitte Oktober, aber dann muss man sich jetzt schon fast sorgen, wie evaluieren wir denn den Prozess, sodass wir nicht am Ende eine wahnsinnig tolle Podcast-Sammlung von 30 Dialogrunden haben, 15 Vorträge und am Ende, ja gut, haben wir das gemacht, aber es verpufft. Also wie kann man Prozesshaftigkeit eigentlich in allen Ebenen, wahrscheinlich brauchen das die Ämter, genauso wie die Politik, genauso wie die Gestaltung, Infrastruktur und die Aktion im urbanen öffentlichen Raum, wie kann man denn eigentlich noch mehr Zeit finanzieren, ja und das ist ja eigentlich ein Problem auch der Geschwindigkeit, in der wir arbeiten und uns da alle antrainieren.
Und das Projekt basiert mal kurz, ich weiß nicht wie es bei euch ist, von der Man- oder Women-Power, aber hier fühlt es sich einfach schon seit zwölf Jahren so an, man nimmt einen Anlauf, man macht einen Sprint, man geht in die große Aktion und am Ende sind alle erschöpft müde und wissen gar nicht, wie sie den Folgemonat finanzieren sollen und das ist ja eigentlich schon ein Problem der Balance von Zeit und Geld.
Jurek WerthSocialform, Darmstadt
1:17:47Zeit hat, solche Projekte zu konzipieren und Zahlen zu konzipieren, nicht die, also aus meiner Sicht heraus, also ein Anstalt geht eine Konsensverordnung, das heißt, diese Projekte müssen ja gerade mit Eigenleistung verarbeitet werden und das ist ja das, was wir eigentlich für Socialform sagen, den Begriff der Projekte, die wir anwarten, ist ja ungekehrt der Businessplan von den Projekten und der Projekte. Ja, das ist wichtig, aber in dem Ausgaben wird das nicht vorbereitet werden, weil ich müsste ja schon mitfühlen daran, wie ich später in der Ausgaben werde. Ich weiß nicht, dass ich meine Ausgaben habe, die ich nicht verstehe, das heißt, es ist aber ein Punkt, dass man nicht vom Per-Korea-Projekt zu Per-Korea-Projekt reden sollte, ich denke, kein Per-Korea-Projekt da habe ich im Sinn, aber ich glaube, dass man das nicht größer werden muss, dass man ein Vorbereitungsmaßnahmen oder ein Verständnis muss.
Und das wäre ja auch etwas, da wäre ich ganz bei dir oder deinem persönlichen
Norina QuinteModeration, ato
1:19:01Konflikt auch, wo man sagt, das kann man erst ab einer gewissen professionellen Ebene auch leisten, also dafür hat man sich dann, was weiß ich, zehn Jahre in der Offszene ausgebildet, plus natürlich Studium, Arbeiten, whatever, aber dass genau da vielleicht der Unterschied auch anfängt, wer kann es leisten, neben seinem Studium oder während er sich oder sie sich selbst noch ausbildet, solche Prozesse mitzudenken, eigentlich keiner, weil da ist immer noch der Minijob und das Studium dahinter, sondern wie muss das auch Vollzeit geleistet werden können, dass man ganzheitlich denkt und nachhaltig letzten Endes auch. Jaro, du wolltest gerade auch interagieren.
Jaro EiermannArchitekt und Stadtplaner, die Anstoß e.V.
1:19:42Ja, es gibt jetzt ja gerade diese Renaissance von diesen räumlichen Leitbildern, gibt es ja auch für Darmstadt, wo halt die Potenzialräume für Wohnen, Kultur, Mischnutzung, Grünräume, Frischluftschneiden definiert werden. Und ich denke, man bräuchte halt, weil die teilweise auch sehr ambitioniert sind in ihren inhaltlichen Aussagen mit Multifunktionalität, Experimenten und so weiter, es fehlt halt eigentlich so das strukturelle Leitbild dazu, dass man sich halt auch als Planer oder als Politik klar macht, okay, das fällt nicht vom Himmel, wir können jetzt halt die Idee hier haben, dass hier experimentiert werden soll, aber ja, wir wissen jetzt ja, wie schwierig es ist und genau dann halt, um solche Sachen zu verstetigen, zu konzipieren, auch die Konzeption irgendwie bezahlen zu können, muss man halt für die nächsten 30 Jahre jetzt sowas halt auch mal einfach angehen, konkret und ernsthaft, dass für Experimente einfach Infrastruktur da ist, sonst wird es halt nichts.
Martin MannweilerStadtlücken e.V., Stuttgart
1:20:48Das sind ja auch so, also so Art Aktionen werden ja ganz oft getragen, das hat ja Norina gerade gesagt, von ganz jungen Leuten, die zum Teil noch studieren oder gerade aus dem Studium rausgeschafft wurden. Oder eigentlich sich durch diese Aktionen, sich eigentlich Ihren Standort, den Sie dann attraktiv finden würden und nach dem Studium da bleiben könnten, zu schaffen versuchen. Ganz genau, beziehungsweise nicht nur das und sich professionalisieren während des Prozesses. Also sprich, Grafikdesignerinnen, Grafikdesigner können vielleicht mal eine Schrift gestalten, können sich einen eigenen Stil entwickeln.
Andere Gestalterinnen und Gestalter können eben in ihrer Sparte sich professionalisieren. Das bietet ja auch super viele Möglichkeiten für die Leute, die das machen. Aber wie gesagt, das sind junge Leute und ich glaube von denen zu verlangen, dass man dann auch am Schluss eine Evaluation mit reindenkt. Das ist richtig schwierig und glücklicherweise werden dann manche Projekte auch sehr groß und erfolgreich und so weiter. Aber ja, die Evaluation fehlt dann irgendwo doch, weil am Anfang es keiner reingedacht hat oder so. Also nur, auch wieder um das Thema abzurunden, wir sind gerade noch dabei, uns die Evaluation zu finanzieren. Also seit 2019 ist es gar nicht einfach. Also wir haben das auch direkt dann mit Preisgeldern probiert. Das ging dann aber nicht.
Wir mussten dann die Preisgelder nutzen für einen Steuerberater, der dann die 80.000 Euro halbwegs geordnet hat, die wir bekommen haben. Also zu den 80 kamen nochmal eigene 10.000 oder 15.000 Euro obendrauf von uns selbst, um dieses Geld nochmal vernünftig zwischen der Wirtschaftsförderung und der Stadt irgendwie aufzuteilen und so weiter. Das war unmöglich, das auf dem Kassenwart, der ziemlich, ziemlich fähig ist, also wirklich fähig ist, es war unmöglich, das für den irgendwie zu tragen. Da war das Geld eben weg für die Evaluation, was für den Steuerberater draufging. Da sind wir jetzt gerade dabei, das irgendwie reinzuholen. Was jetzt umso schwieriger ist, weil die Struktur eben auseinandergeflattert ist. Aber das wäre
Norina QuinteModeration, ato
1:22:59doch eigentlich eine schöne Forderung, wenn man sagen könnte, jeder, der zeigen kann zumindest, dass er oder sie ein Projekt zustande gebracht hat, dass die Evaluation immer gezahlt würde.
Norina QuinteModeration, ato
1:26:02Er hat gesagt, den Tränen nahe, dass er das in seinem Leben noch erleben darf.
1:26:27Eine offene Bühne, die allen gehört
Norina QuinteModeration, ato
Wer hat es geschafft, den Hafen aufzubrechen? Dann stand er hier gerührt, hat sich umgeguckt und gesagt, Mensch, ja, und warum hat man das eigentlich nicht in der Stadt? Eine offene Bühne, die allen gehört. Ich singe nämlich Operetten. Und dann waren wir direkt auch Freunde. Aber das, finde ich, illustriert ganz schön, wie diese Verwunderung und gleichzeitig ein Erschrecken darüber, dass ein Raum allen gehört. Also wie dürfte ich da jetzt sonntags mal oben singen? Ja, bitte sing. Also komm vorbei. Aber dann merkt man erst, wie eigentlich selbstverständlich sowas aktiviert werden könnte. Natürlich baut der jetzt kein Gebäude und boxt sich acht Monate durch Bauamt dadurch oder Rheinhäfenkontakte, bis sowas steht. Aber in dem Moment, wo es steht, wäre das der Erste gewesen, der seine 20 anderen Motorradfreunde einlädt und die da oben eine Oper singen, was noch niemand gesehen hat.
Also das fand ich schon interessant.
Oriana KraemerStadtplanerin, Reallabor Stadt Karlsruhe
1:27:16Das finde ich einen interessanten Aspekt, weil auch bei unserem Reallabor war sehr viel Begeisterung da und auch Leute, Privatleute, die gesagt haben, sie wollen dies und jenes tun oder Vereine. Und dann kam aber nicht mehr so viel. Es gab eine Bühne, die war offen. Ich habe das Veranstaltungsmanagement gemacht, habe mich um die Technik gekümmert. Also ich habe praktisch sozusagen den Rahmen gegeben, um es wirklich so niederschwellig zu machen wie möglich. Die Begeisterung war da, die Offenheit war da, aber dann passierte einfach oft gar nichts. Und meine Erfahrung jetzt von den Reallaboren ist, dass wenn man nicht ständig in der Krise ist und die Leute anruft, mit denen man persönlich spricht und dann Glück hat, jemanden zu finden, der auch die Verantwortung dann übernimmt oder das dann tatsächlich umsetzt, dann passiert erst mal nichts. Das war so die andere Seite der Medaille. Ich weiß nicht, ob er wirklich Operetten hier gesungen hätte, weil solche Art von Ansagen hatte ich auch oft im Passagehof.
Norina QuinteModeration, ato
1:28:16Es ist halt auch die Frage, ob man nicht erst, also da geht es auch wieder um Zeit. Ich verstehe jede Person, die erst mal drei Monate um eine Bühne rumschleicht und sieht, da ist ja vielleicht eben organisiertes Programm, bis man irgendwann den Mut hat, da will ich jetzt auch, also ich glaube, so schnell geht es nun mal nicht. Also das ist irgendwie auch wieder dieser Aspekt der Zeitlichkeit. Ich selbst würde mich wahrscheinlich auch erst nach Wochen trauen, mich irgendwo einzuschreiben, wenn ich dreimal am Gartenzäunchen stand und so geguckt habe. Wo diese Aktivierung, davon sprachst du ja auch, oder ihr, Lydia, am Donnerstag, dass das auch in dem Moment, wo Personen gefehlt haben, also Glieder in der Kette, die zum Beispiel für Jugendarbeit ganz stark benötigt worden wären, als die dann weg waren, kriegt man die eben auch nicht gleich rangezogen. Also auch der Job der Akquise sollte irgendwo noch mehr mitgedacht werden dürfen und eben nicht nur eine Stelle oder zwei.
Jurek WerthSocialform, Darmstadt
1:29:15Ich glaube, das ist die Frage, wie man lokale Akteure und lokale Akteure mit einbildet selber zu steuern. Und das ist auch schon wieder, das ist halt ein Witz hat das Wort sehr groß, weil man sagt, man muss eigentlich gucken, wen gibt es vor Ort, wen möchte man aktivieren, wen sieht man mitten in die Verantwortung, er trägt das vielleicht automatisch selber in seine Community und dann ist es auch immer so, okay, der Verein hat irgendwie mit Zay in unserem Projekt drin und der gibt das dann wieder weiter und sagt, das sind meine Leute, das sind dann sehr große Projekte. Aber ich glaube, ein ganz wichtiges Thema ist die Öffentlichkeit und wieder weiter von diesen Räumen, das ist, glaube ich, ein Umschluss, das sich von alleine verbindet. Und die funktionieren auch nicht weiter.
Ich glaube, da muss man nicht spielen können, nicht funktionieren so Räumen als Bühne nicht. Deswegen, dass wir die Art, wie wir arbeiten, dass wir vor der Welt gucken, was gibt es in der Nacht der Stadt? Und wie passt das Projekt hier rein?
Und wie wird der Infrastruktur vielleicht auch umgenommen werden? Da gehört ein großer Gemüse, ich erst mal das Kontext dazu, was funktioniert denn, wir brauchen das nicht. Da können aber natürlich so kleine realen Räumen eine gute Analyse sein. Weil man natürlich im Vorfeld schon etwas entspricht.
Ich finde es eine spannende Diskussion, aber ich bin leider auf dem Zug.
Norina QuinteModeration, ato
1:30:26Ihr müsst auf dem Zug, ich hätte auch gleich, ich denke, wir haben ja auch noch eine andere Diskussion.
1:30:30Wünsche zum Schluss: vernetzen und größer denken
Norina QuinteModeration, ato
Man sieht mal wieder erneut, es gibt so viel zu teilen. Ich würde mir vielleicht noch wünschen, eine kleine kurze Runde zu machen mit vielleicht einem Wunsch von jedem von euch, was sich denn tatsächlich entweder im Bereich der Struktur oder des urbanen Raums verändern sollte, damit ihr weiterhin eure Aufgabe darin seht, solche Aktionen durchzuführen. Und gleichzeitig auch noch einmal hinterher schieben, dass ich glaube, vielleicht müssen wir eben gerade nicht nur in den Städten bleiben, sondern Interessensverbände größer denken. Das wäre vielleicht auch was, was ich Sie noch gefragt hätte. Reicht es denn städtepolitisch oder die Ämter in den eigenen Städten zu adressieren? Oder müsste man nicht gleich sagen, ihr müsst richtig los?
Dann entlassen wir euch einfach oder wollt ihr noch?
Norina QuinteModeration, ato
1:31:42Ich würde euch das trotzdem gerne noch fragen, ob es wirklich aus eurer Perspektive oder Vereinsperspektive, welche man auch wählt, etwas gibt, wo ihr sagt, waren wir jetzt gerade schon an einem Punkt oder wenn das verändert würde, wäre das doch für mich schon ein großer Schritt.
Jaro EiermannArchitekt und Stadtplaner, die Anstoß e.V.
1:32:02Ja, wollte ich jetzt tatsächlich auch noch eh sagen, also freut mich jetzt, dass es noch bei der Abschlussrunde bleibt oder dass es noch dazu kommt. Ich glaube, wir sollten nochmal drüber reden, von was für Summen wir eigentlich so sprechen, jetzt hier 525.000 Euro, so ist es zu 1,2 Millionen und was ist der Benefit, das ist ja dann oftmals das Zeichen dafür, ob das jetzt viel oder wenig Geld ist.
Auf dem Kronenplatz ist gerade eine Ausstellung, da geht es quasi eigentlich nur um Werbung für das neue CERN, also das ist dann nochmal so ein noch größerer Tunnel für noch mehr Milliarden. Und da fragt man sich ja, ja was machen die da, was bringt das so, ne, so physikalische Grundlagenforschung, dürfen die machen, dürfen da ein paar Milliarden Euro verbuddeln.
Und wir geben uns mit 1,2 Millionen Euro zufrieden oder müssen uns dafür entschuldigen. Also ich glaube, wir müssen es nochmal einfach anders frame, was wir da eigentlich machen, dass es nicht immer nur so ankommt, die machen da jetzt irgendwie ein bisschen Kultur oder ein bisschen Stadtteilfest oder ein bisschen Technoparty, sondern es geht da glaube ich tatsächlich um die gesellschaftliche Weiterentwicklung. Und ich glaube, dafür ist es auch einfach notwendig, an Land, Land, Bund und EU und an größere Fördertöpfe zu kommen. Also definitiv eine klare Ansage, dass alle Akteure aus dieser Richtung sich überregional zusammenschließen und einfach Geld und mehr vielleicht auch Gesetzesänderungen einfordern. An der Stelle eine herzliche Einladung dazu, das zu tun.
Es gibt aber zum Beispiel das New European Bauhaus momentan. Kennt ihr wahrscheinlich? Ja. Wir
Jaro EiermannArchitekt und Stadtplaner, die Anstoß e.V.
1:34:01Ah ja, okay. Also da wird sehr viel Geld ausgeschüttet aus verschiedenen EU-Förderlinien und das Experiment und der Kulturwandel Richtung Nachhaltigkeit steht eigentlich im Vordergrund. Also es wäre jetzt blöd, wenn man sich da jetzt nicht wirklich zusammenschließt und da was abgreift.
Andreas GerdesKIT Innovation HUB
1:34:24Aber du hast jetzt genau das Stichwort gesagt, zusammenschließen. Wir sprechen ja die letzten Wochen, wie wir hier sind, ständig über Blasen. Und ich glaube, das Entscheidende ist, dass wir die Blasen aufschneiden und dort eben zusammenkommen. Das, was ich vorhin gesagt habe mit dem Thema Partizipation in der Wissenschaft auf der einen Seite, die zunehmend gefordert wird und Partizipation, die ja ein Grundauftrag, so wie ich es verstanden habe, der Kunst ist. Das schließt sich ja nicht aus, sondern das ergänzt sich. Also da muss man eben auch bereit sein, an die Grenzflächen zu gehen und diese zu überschreiten. Das bedeutet eine Diskussion, wie wir sie jetzt gerade führen. Aber die findet viel zu selten statt und das ist das zentrale Problem. Im Straßenverkehr ein Reallabor zu machen, der Markus Stöckner ist ein Kollege von mir, der ist glaube ich auch involviert in die ganze Geschichte und der gute Kollege Hopfer.
Das sind alles Leute, wir arbeiten alle an tausend verschiedenen Stellen alleine. Wir erzeugen eine kleine Wirkung, aber die Synergien heben wir nicht. Und das, was du gerne möchtest, mehr Punch, das europäische Bauhaus ist ein Weg dazu. Aber letztendlich sind das eben Institutionen, die wir selber schaffen müssen, weil nur dann können wir sie designen. Das Bauhaus fängt auch schon langsam an zu verkrusten. Die haben zum Beispiel ein Riesenproblem, dass da fast keine Unternehmen drin sind, sondern jede Menge Verbände, die dort aktiv sind und üblicherweise haben. Es dürfen, glaube ich, auch keine Unternehmen Mitglied sein. Doch, doch. Inzwischen schon, ja.
Wie gesagt, wir sind seit März 2021, also jedenfalls schon länger dabei. Und da bin ich explizit angesprochen worden, ob wir nicht Firmen begeistern können, dort mitzumachen, weil sie zu viele Verbände dort in dem Bauhaus haben und mit Einzelakteuren arbeiten wollen. Ja, also ich denke, das ist eben einfach das Problem, wenn wir uns nicht selber zusammenschließen und darauf warten, dass der Staat was dementsprechend kreiert, wo wir uns dann zusammenschließen können. Und ich komme jetzt aus der Wissenschaft, das kann ich mir jetzt nicht vorstellen, dass das die Grundidee ist eines Künstlers, dass der Staat ihm eine Struktur schafft, in der er sich endet.
Also müssen wir das selber machen. Aber es darf nicht zu klein sein. Immer wenn wir wieder hören, es sind kleine regionale Aktivitäten, auch der WERKstattPALAST, da muss eben mehr oder minder Synergien gehoben werden. Und dann kriegt man den Punch, den man braucht.
Oriana KraemerStadtplanerin, Reallabor Stadt Karlsruhe
1:36:47Okay, ich mache mal den Anfang. Also ich wünsche mir für meine Arbeitsstruktur mehr Inhalt, weniger Zuständigkeit. Also wirklich, dass man projektbasiert zusammenarbeitet. Das betrifft auch externe Akteure. Aber auch weniger Befindlichkeiten bitte. Denn es gelingt nicht immer, alle gleichermaßen anzusprechen. Es gibt Tausende von städtischen Akteuren, die alle einbezogen werden wollen. Und wir haben jetzt allein Anliegerbeteiligung mit 2.000 Anliegern, die ich allein betreue sozusagen. Und dann auch noch die ganzen Institutionen und so weiter. Bitte dann einfach selber auf einen zugehen und selber den Anfang machen, wenn man das Gefühl hat, man wurde vergessen und nicht beleidigt sein.
Das finde ich super schön, weil ich glaube, dann flutscht es auch besser.
Das große Denken ist sicherlich groß und wichtig, aber kulturelle Stadtteilentwicklung spielt sich in der Stadt ab und es geht darum, in der Stadt zu gestalten. Und das sind die kleinen städtischen Strukturen mit den städtischen Verantwortlichen. Da gehört Verwaltung dazu, da gehört in erster Linie die städtische Politik dazu, die für die städtischen Gelder verantwortlich ist. Und ja, Schlusssatz. Aus meiner Sicht, wir als Verwaltung richtig lernen, uns auch für Partizipation zu öffnen. Also da hat sich in den letzten Jahren in der Verwaltung einiges getan.
Aber ich sehe aus den Ansätzen heraus ein Riesen-Lernpotenzial, aber auch ein Riesen-Lernauftrag, der sich dann möglicherweise auch wieder in die Kommunalpolitik hinein spiegeln kann und sollte. Also sehe ich im Augenblick einen großen Auftrag an uns.
Martin MannweilerStadtlücken e.V., Stuttgart
1:38:54Ja, also in meinem Naturell liegt es eigentlich auch nicht, dass ich sage, ich wünsche mir jetzt das von der Stadt, dass irgendwas läuft. Also bin ich voll auf deiner Seite. Nee, auf ihrer Seite, Sie haben ja gesagt.
Finde ich total richtig, dass man jetzt nicht warten darf, bis jetzt irgendwie die Stadt oder das Land oder der Bund jetzt irgendwie was Neues macht, was man jetzt so einfordert. Also ich finde es dann, glaube ich, schon wichtig, sich untereinander zu vernetzen, untereinander zu sprechen. Was, glaube ich, gut wäre, wenn Initiativen, die gerade so ausscheiden, sich vermehrt mit jüngeren Initiativen zusammenschließen, um da so ein paar Fallstricke den jüngeren Leuten weiterzugeben. Das ist, glaube ich, sehr wichtig.
Raum finde ich wichtig. Das macht die Anstoß, glaube ich, auch ganz gut. Da gucke ich ihnen mal gern zu, was da abgeht. Und ich glaube, das geht auch, weil die halt einen tollen Raum haben. Kann ich nicht sagen, wo es nach der Forderung ist, finde ich einfach eine gute Sache, dass das so ist und so gut weiterläuft. Und was mir, glaube ich, wünschen würde, ist, Partizipation ist wichtig, aber der Begriff wird auch schon lange verhandelt. Und es, glaube ich, jetzt falsch ist, als Königsweg und als Labeling jetzt irgendwie in den Raum zu werfen und zu denken, wenn es jetzt im Raum steht, dieser Begriff funktioniert irgendwie alles, ist auch falsch. Ich glaube, man muss da ganz stark schauen, wo funktioniert Partizipation, wo es ist gut, Experten zu haben, dass da ein Mischverhältnis steht, wenn es nicht dieser Begriff der Partizipation so als Königsweg gehandelt wird.
Weil da sind wir jetzt auch, das haben wir jetzt auch schon länger hinter uns gelassen, glaube ich.
Andreas GerdesKIT Innovation HUB
1:40:33Ganz kurzer Einsatz dazu, ich glaube, das ist noch ganz wichtig. Partizipation vielleicht im künstlerischen Bereich ist schon etwas, was etabliert ist. Aber man darf den Blick nicht über die Grenzen verlieren, um zu sehen, dass das in anderen Bereichen im Moment enorm Fahrt aufnimmt.
Der Institutsleiter vom IFG, der Herr Wöll, ist gerade gekommen für die nächste Diskussion. Und vor drei Jahren, Herr Wöll, hat niemand von Partizipation in der Wissenschaft gesprochen, noch nie mal bei der Helmholtz-Gemeinschaft. Deswegen sage ich, dass wir als Königsweg zu sehen, genau deswegen sage ich es. Jetzt nimmt das Zug auf. Das heißt also, wenn wir in der Vergangenheit, um da mal die drei Stufen zu zeigen, einen Forschungsantrag gestellt haben, über eine Million oder zwei Millionen, haben wir das Thema Verwertung drei Sätze. Wir gehen auf eine Tagung und machen dort drei Veröffentlichungen. Heute sind das mittlerweile Businesspläne, die Sie in normalen Grundlagenforschungsbereich reinschreiben müssen, um klarzumachen, wie die Ergebnisse verwertet werden.
Und genau das sehen wir jetzt gerade beim Thema Kommunikation, dass das nie irgendwo eine Zeile verlangt wurde und heute wächst das eben mit einer großen Geschwindigkeit.
Norina QuinteModeration, ato
1:41:40Aber genau diese Gefahr wird, glaube ich, auch angesprochen. Wir merken, es gibt ganz viel Bedarf zu sprechen, werden das auch noch weiterführen die kommenden Wochen. Ich glaube trotzdem, da bin ich ganz bei Martin, dass man natürlich auch vielleicht, weil die Kunst oder die Off-Szene manchmal ein paar Jahre vorausarbeitet, wie ich mal toll kühn verhalte, auch da schon eine Erkenntnis ist, dass Partizipation eben nicht immer nur die goldene Lösung ist.
Andreas GerdesKIT Innovation HUB
1:42:08Ja, aber das meine ich ja genau damit, dieses Zusammenspann um eben das Ganze. Wir haben dort Entwicklungen, die laufen jetzt mit großer Geschwindigkeit ab, so in eine Richtung herein, wo man nicht weiß, ob es gut oder schlecht ist. Und deshalb soll man gerade zusammenspannen, weil letztendlich ist es eine Evaluation, die man dann durchführt. Wer hat es woanders verpackt, wie muss es bei uns aussehen? Und das ist ja letztendlich auch die Grundidee von dem gemeinsamen Projekt, was wir angehen wollen.
Norina QuinteModeration, ato
1:42:31Absolut, super. Vielen, vielen Dank euch allen, dass ihr in den Hafen raus seid. Wir sind wirklich, oder ich glaube ich und wir alle, ganz begeistert, dass ihr so den weiten Weg im Regen vorhin noch auf euch genommen habt. Vielen Dank auch an euch. Wir diskutieren weiter und es folgt ein
Dankeschön. Vielen Dank.





